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Die bäuerlichen Verhältnisse im Elsass : durch Schilderung dreier Dörfer / erläutert von A. Hertzog
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DAS DORP OBER-SPEClIlSACIf.

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der Herren Jourdain, deren Leiter schon lange Jahre imEisass als die tüchtigsten Landwirthe bekannt sind.

Solche grössere Güter sind im Sundgau noch zahlreichervorhanden, als im mittleren Eisass, wo die Hofgüter nichtmehr zusammengehalten werden.

Ueber den Umfang der landwirtschaftlichen Besitzungenwerden wir in folgenden Blättern Mittheilungen machen.

§

Umfang der lamhvirtliscliaftlichen Besitzung und die Besitzvertlieilung.

Die Giiterparzellirung.

Halten wir Umfrage über den Umfang der landwirt-schaftlichen Besitzungen in Eisass-Lothringen , so erhaltenwir, je nach der Gegend, wo wir dies tliun, ganz von ein-ander verschiedene Antworten. Was im Reblande schon zuden grossem Besitzungen zählt, das ist in Hüttenheim blosseine mittlere, und was hier noch als zureichend zur Er-nährung des Besitzers erkannt wird, das wäre in Ober-Spech-bach weit entfernt davon.

Die Begriffe: Klein-, Mittel- und Grossgut variiren jenach der Lage der Ortschaften, wo wir Umfragen, je nachder Bodenbeschaffenheit dieser oder jener Gegend, je nachder Ertragsfähigkeit der Kulturflächen und auch je nach derIntensität der Kulturen.

So z. B. wissen wir, dass im Beblaude schon ein lieb-gut von 2 Hektaren seinen Mann zu ernähren im Stande ist,während eine Besitzung von Reben und Aeckcrn zugleich,um dies zu tliun, zum Wenigsten 3 Hektare enthalten muss.

In dem fruchtbaren Theil der Illebene finden wir dasKleingut mit einem Flächeninhalt von 3 Hektaren in denbessern, und 4 in den schlechtem Lagen.

Ganz anders sieht es hier aus. Hier findet man dieintensive Kultur nicht, wie sie die oben angedeuteten Gegen-den kennen; hier finden wir sogar einen bedeutend kleinernMittelertrag pro Hektar, als dort, so dass die Grenze desKleinguts im Sinue, wie oben angegeben, zwischen 7 und8 Hektaren liegt.