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I. ABSCHNITT.
Hier oben, wie überall, wirken die hohen Löhne drückendauf den Reinertrag.
Weniger Init dieser Aufschlag sattgefunden bei andernArbeitszweigen als bei der Landwirtschaft.
Als weitere Ursachen des Lohnaufschlags auf deinLande worden in den Enqueteberichten noch folgende an-gegeben :
„Der Arbeiter schlägt das haare Geld, den hohem Geld-lohn der Fabriken und Städte höher an, als die ordentlicheVerköstigung, die ihm auf dem Lande zu Thoil wird; erkargt lieber mit seinen Ausgaben für Nahrung“.
Man hebt ferner hervor: das ungebundene vergnügtereLeben in den Städten und die angenehmere Arbeit in ge-deckten Räumen. Dessen ungeachtet können wir Ober-Spechbach nachrühmen, dass diese Umstände die hiesigeBevölkerung nicht so sehr anziehon; ein Beweis davon liegtdarin, dass seit 1866 die Arbeiterzahl sich hierorts nicht ver-mindert hat.
Von Mühlhausen liegt Ober-Spochbach etwas zu weit ab,als dass die Leute zur Arbeit hingiengen — nur drei Fabrik-arbeiter gehen gegenwärtig von hier jeden Tag dorthin —und das viel näher liegende Altkirch hat doch nicht genugIndustrie, um die Obcr-Spechbachcr anzuziehen.
Altkirch und das in der Nähe liegende Kartspach liefernden zwei dort bestehenden grossen Fabriken — die mechanischeZiegolbrenncrei Gilardoni und die Textitindustrie Jourdain —Arbeiter zur Genüge.
Eine der wichtigsten Ursachen des Arbeitermangelsliegt in dem Militärdienst, der alljährlich eine ansehnlicheSumme tüchtiger Kräfte der Landwirtschaft entzieht, undzudem die jungen Leute dann noch als den landwirtschaft-lichen Beschäftigungen abgeneigt entlässt, sodass Mancheres dann vorzieht, in eine Stadt zu gehen, um dort das an-gewöhnte Leben fortzuführen.
Dann ist hier noch ein andrer Umstand zu erwähnen,nämlich der, dass die Reserveübungen gerade in die Zeitender dringendsten Arbeiten fallen.