DAS DORF OHER-SPECHUACH.
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Es wäre höchst wiinschcuswerth, weuu auch liier wiederdie Militärverwaltung den Forderungen der betlieitigten Land-wirthe ein günstiges Ohr liehe. Yon keinem Einflüsseauf die Verhältnisse der hiesigen Arbeiter sind die wanderndenArbeiter. Fremde sind nur die in den grossem Wirthschaftengehaltenen Melker; diese sind dann immer Schweizer , undwerden für diese Beschäftigungen sehr gesucht und auchgut bezahlt; sie erhalten bis 30 Franken pro Monat mitKost und Wohnung beim Arbeitgeber, und stehen im Gesinde-verhältnisse.
lieber das Gesinde ist noch folgendes mitzutheilen:Zahlreich ist das Gesinde hier nicht; die meisten Haushal-tungen verrichten die häuslichen Arbeiten durch eigneFamilienmitglieder. Zur Zeit sind hier 6 Mägde und 10Knechte, die obenerwähnten Melker mitgezählt. Die Knechtehaben 20 — 28 Franken pro Monat, die Mägde beziehenfür dieselbe Zeit 15 — 25 Franken. Ferner haben Magdund Knecht Kost und Wohnung bei der Herrschaft. Es wirdhier nie aufs Jahr gedungen; die Leute behaupteten, es wäreso besser.
Wir können natürlich ihrer Erfahrung nicht wieder-sprechen ; von Ort zu Ort kann dies schon verschieden sein.
Jedenfalls können wir von andern Orten, wo man dasGesinde aufs Jahr dingt, bestätigen, dass dies im Resultatnicht verschieden ist von dem der hiesigen Gewohnheit. DieLeute bleiben doch nicht, wenn sie nicht mehr wollen. Undwie soll man, wie kann man sie halten ? Die Gesetzgebungkann dem Arbeitgeber keine wirksame Mittel mehr an dieHand geben, um die Contractserfiillung zu erzwingen.
Die Anwendung einiger Maschinen hat die Jjohn- undsonstigen Verhältnisse der Arbeiter gar nicht modifizirt.Grössere landwirtschaftliche Maschinen, als Säe-, Mäh- undErntemaschinen sind hier unanwendbar wegen des parzellirtenGrundbesitzes; möglich wären sie nur bei genossenschaftlicherBearbeitung des Grunds und Bodens.
Versuche sind hier durch die landwirtschaftlichen Ver-eine schon gemacht worden und sind solche Versuche höchstempfehlenswert. Hier wird insbesondere die Dreschmaschine