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Die bäuerlichen Verhältnisse im Elsass : durch Schilderung dreier Dörfer / erläutert von A. Hertzog
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I. ABSCHiMTT.

allgemein angowendet; ebenson fanden wir in vielen Höfendie Futterschneidmaschine, die Putzmühle.

Die hölzerne Walze ist durch die eiserne noch nichtverdrängt worden; die eiserne Egge hat die hölzerne auchnoch nicht ersetzt; hingegen sind der Putz- und Häufelpflugin allgemeiner Anwendung in Ober-Spechbach.

Ucberhaupt ist zu beklagen, das die sehr vortheilhaftenArbeitsmaschinen sich noch nicht grösserer Verbreitung er-freuen und ist die Anwendung derselben heutigen Tagesgewiss sehr zu empfehlen. Nicht um die Arbeitslöhne zuvermindern es wäre schwer, mit kleinern Löhnen jetztzu leben sondern um dem Arbeitsmangel bei den grossemund drängendem Arbeiten abzuhelfen.

§ 5 .

Die Art der Bewirtschaftung'.

Die kleinen und mittlern Gutsbesitzer bebauen alle ihreGüter selbst, während die grossem einen Theil ihres Grund-besitzes verleimen, um so der Noth an zuverlässigen Arbeiternzu entgehen, und sich von den Unannehmlichkeiten einergrossen Wirthschaft zu befreien.

Die Verpachtung ist somit nur eine andere Form derLohnzahlung; der Reinertrag nach Abzug des Kanons istdann der Lohn für die Arbeit des Pächters.

In den jetzigen Verhältnissen , wo der Reinertrag einsehr kleiner ist, steht der Verpächter jedenfalls besser, alsder Pächter, dem deshalb oft Betriebskapital fehlt, da ihmseine Arbeit nicht höher bezahlt wird.

Dass dessen ungeachtet immer Pächter zu finden sind,kommt daher, dass viele Leute hierdurch wirtschaftlichselbständig werden wollen und ihre Arbeit auf diese Weisefür sich zu verwenden suchen.

Alle fänden doch nicht Arbeit bei den wenigen Guts-besitzern und Allen sagt die Fabrikarbeit nicht zu. Arbeitenmüssen sie doch, und ihr kleines Vermögen reichte nicht da-