Druckschrift 
Die bäuerlichen Verhältnisse im Elsass : durch Schilderung dreier Dörfer / erläutert von A. Hertzog
Entstehung
Seite
40
Einzelbild herunterladen
 

40

I. ABSCHNITT.

Die vorhandenen Absatzwege genügen für unsere Ge-meinde, und die Jahrmärkte stehen häufig genug zu Gebote.

§ io.

Die Verschuldung und die Kreditorganisntion in Ober-Spechbach.

Ueber Ober-Spechbach ist es uns nicht gestattet, wasdie Verschuldung anbelangt, concrete Zahlen unsern Lesernvor Augen zu führen.

Dieselben Hindernisse, wie sie überall im Eisasse durchdie landwirtschaftliche Enquete hervorgehoben werden, tretenauch hier in den Weg. Im Allgemeinen glauben wir, dassdie Verschuldung keinen gefährlichen Höhegrad erreichthat, wiewohl schwarzsehende Leute uns die Lage Ober-Spechbachs nicht als zu befriedigend darstellten.

In Anbetracht, dass Jahr aus Jahr ein Güter verkauftwerden, so rührt auch hier ein grosser Theil der Schuldenvon Güterkäufen her.

Es kamen im letzten Jahre 7 ha 42 a 15 m in Umsatz.

Die Mutations-Ursachen stellen sich, wie folgt, heraus.

In Folge Privatkaufs.=30 Parzellen

Not-Kaufs oder Tauschs . . = 17

freiw. oder ger. Licitation . . = 19

einer Theilung oder Erbgangs . =- 6

Zusammen = 72 Parzellen.

Zum Durchschnittspreise von 2 500 Franken pro HektarAcker und Wiesen beträgt die Summe des besagten Güter-umsatzes 18 550 Franken, und nach den Angaben des Steuer-kontroleurs dürften die Umsätze auf Grund obbesagter Ur-sachen nicht bedeutend von dieser Höhe in den einzelnenJahren abweichen.

Man kann annehmen, dass also jährlich in runder Zahleine Güterschuld von 20 000 Franken contrahirt werde.

Die Käufe werden gewöhnlich auf 4jährliche Terminelaufend abgeschlossen; jedoch bei Privatkäufen und anderenAnschaffungen, die nicht Licitationen sind, wird nicht sogenau auf Einhaltung der Termine gesehen, wenn nur regel-mässig Zins davon abgetragen wird.