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Die bäuerlichen Verhältnisse im Elsass : durch Schilderung dreier Dörfer / erläutert von A. Hertzog
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DAS DORP HÜTTENHEIM.

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zahlt. Man begehrt also vom amerikanischen Tabak eineVerzollung von nur 50% seines Werths.

Futterpflanzen wurden anno 1862 nur 15 ha (darunternoch 1 ha reiner Brache) angebaut; 1883 aber bereits 26 ha,was noch zu wenig sein dürfte. Der wirkliche Bedarf istein grösserer, da ja wegen Düngermangels auf Vermehrungdes Viehstandes zu wirken wäre.

Zwar wird dies anerkannt; aber die hiesigen Bauernbehaupten, ihre Aecker seien zu tlieuer, um soviel Futter-pflanzen darauf zu erzielen, und tliun es deshalb nicht.Unterdessen werden aber ihre Böden immer ärmer anNahrungsstoffen für die ergiebigen Handels- und Getreide-anpflanzuugen. Das Düngermaterial wird hauptsächlich inFolge Zunehmens der Hopfenpflanzungen überall seltenerund theuerer; wollen sie dann dennoch beim alten Erträgnissbleiben, so werden ihnen durch den hohen Dungankauf dieKosten des Anbaues so sehr vergrössert, dass sich die Ren-tabilität der Handelspflanzen in stetem Verhältnisse hierzuimmer vermindert. Wohl oder übel werden die Bauernhier diesen Schritt thun müssen; es sei denn, dass sie ingenügendem Maasse die künstlichen Düngemittel verwendeten,was bis jetzt noch gar nicht geschehen ist.

Die Wiesen sind allgemein in gutem Zustande, da schonbald 20 Jahre ein Wässerungssyndikat besteht, welchem dieErträge der Jagdverpachtung zufliessen. '

Weiden existiren nur wenige mehr, ungefähr 10 ha;sie werden aber nicht begangen.

Obschon die betreffenden absoluten Zahlen nicht umVieles zugenommen haben, so ist doch auch hier in Hütteu-lieim in den letzten Jahren die Tendenz nach mehr Futter-erzeugung fühlbar; man denke nur an die grossen vorge-nommenen Meliorationsarbeiten an den Wiesen.

Ueber die Ernteerträge, wie ich sie im Einzelnenmittheile, lagen mir ganz genaue und zuverlässige Zahlenvor. 1

Die erstere Tabelle gibt die Ernteerträge der verschie-

1 Tubello lila und IY im Anhang.