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III. ABSCHNITT.
sicht einer dauernden Beschäftigung angezogen, hierher ge-kommen waren.
Schon die Erbauung des grossen achtstöckigen Gebäudesund die Aufstellung der Maschinen musste viele Leute insDorf bringen.
Im Jahre 1828 war die Fabrik eingerichtet und demBetriebe übergeben, sodass im September deren Direktordem König Karl X. , der damals das Eisass bereiste, einStück Baumwollentuch zum Geschenk darbieten konnte.
Der Errichter und erste Direktor des jungen Etablis-sements war ein Engländer, Dixon, dem aber sehr baldSchirmer, ein Elsässer, nachfolgte.
Unter diesem nahm die Baumwollenindustrie Hütten-heims den schönsten und mächtigsten Aufschwung.
Nach den Aussagen kundiger Personen vereinigte inder That der Direktor Schirmer alle guten Eigenschafteneines guten Industriellen in sich, ausgedehnte technischeKenntnisse, gesunde Handels- und Produktionsprinzipien,indem er sicher, vorsichtig und nur allmählich weiterging und sich immer streng an die Bedürfnisse des Augen-blicks hielt, um jede Ueberproduktion zu vermeiden. Manwusste hier lobend von diesem Manne zu erzählen, wie erdie grossen Krisen der dreissiger Jahre (1832 Lyoner Ar-beiterkravall) und der Jahre 1848—52 so vorsichtig durch-machte, und sein vom Sturm gepeitschtes Schifflein immerwieder in sichern Hafen zu bringen wusste.
In der Periode von 1831—36 weisen unsere statistischenBovölkerungstabellen den grössten Menschenzuzug hierhermit 319 Individuen auf; bis zum Jahre 1846 dauerte dieseErscheinung an; doch die folgende stürmische Periode derfranzösischen dritten Revolution sollte für das IiüttenheimerEtablissement eine gefahrdrohende Krise mit sich bringen.
Seit 1848 war aller Handel und Wandel lahm gelegt,die Aktien der Fabrik waren weit unter ihren Ausgabewerthgesunken. Schirmer sah sich gezwungen, die Produktionbedeutend zu vermindern und mit einigen grossem Gründerndie Aktien anzukaufen. Es war dies eine gewagte Speku-lation ; gelang sie aber, dann gereichte sie zum grössten