DAS DORF HÜTTENHEIM.
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fabrik zu Erstein besseren und lohnenderen Verdienst ge-messen.
Nach Alter und Verdienst haben jetzt wir in der llüttcn-heimor Fabrik:
In der Weberei
147 Männer über 16 Jahre mit tägl. Verdienst von 1,80 Mk.268 Weiber „ 16 „ „ „ ,, „ 1,30 „
10 junge Leute unter 16 J. „ „ „ 0,95 „
37 „ Mädchen „ 16 J. „ „ „ 0,95 „
462 ArbeiterIn der Spinnerei
194 Männer über 16 Jahre mit tägl. Verdienst von 1,85 Mk.
121 Frauen n „ „ n „ „ „ 1,55 „
7 Knaben unter „ „ „ „ „ „ 1,05 „
14 Mä dchen „ „ „ „ „ „ „ 1,25 „
336 Arbeiter
In Weberei und Spinnerei ist Stücklohn vorherrschend.
Die Beziehungen zwischen Arbeitgeber und Arbeit-nehmer geben zu keinerlei ungünstigen Bemerkungen An-lass. Die Arbeitgeber erkennen mit Freuden an, dass siees liier mit einer ruhigen Arbeiterbevölkerung zu thun haben,entschieden von ganz anderm Charakter, als die turbulentenFabrikarbeiter der grossen Städte, wie Mülhausen, Gebweilerund Kolmar; die Arbeiter ihrerseits Hessen nur vereinzelteKlagen gegen ihre Arbeitgeber hören, die man natürlichhalten muss für was sie sind — ich meine die Klagen —oft unbegründete und leidenschaftlich ausgesprochene Ur-tlieile. Vielleicht ist aber auch eine Kleinigkeit Wahrheitdarin.
Es steht hier entschieden ganz so, wie in den Verhält-nissen der landwirtschaftlichen Arbeiter zu ihren Herrn.
Ueber die Moralität der hiesigen Fabrikarbeiter könnenwir dasselbe wiederholen, was für die landwirtschaftlichenArbeiter gesagt wurde. Zwar sind sie etwas lärmender inihrem Benehmen, etwas freigebiger im Geldausgeben — siehaben da auch mehr baares und zu regelmässigem Zeitenals jene —; die Arbeiterinnen huldigen etwas mehr dem