DAS DORF HÜTTENHEIM.
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Krankheiten mehr als 13 Wochen dauern, so wäre es dochrathsam, fernere private Unterstützungskassen ins Leben zurufen, um diesem Uebelstande abzuhelfen.
Die Fabrik beschäftigt auch noch Weber und Spule-rinnen in ihren Wohnungen, in Sermersheim, Kogenbeim, jabis nach Mütersholtz, liier in Hüttenheim jedoch keineWeber; es sind hier nur 5 Leineweber vorhanden, währendes im Jahr 1802 deren noch 10 gab.
Zum Schluss können wir noch unter den HüttenheimerFabrikarbeitern eine stattliche Reihe als Grundeigentümeraufzählen. (Siehe in den Anlagen Tabelle VIIa.) Es sindderen 92 auf 500 Arbeiter aus Hüttenheim. Sie besitzenzusammen 27 V 2 ha und 64 davon haben ein eignes Häuschen.
Dass dieser Grundbesitz wohlthuend einwirke, ist ausserZweifel; es macht die Leute sesshaft; aber natürlich Allekönnen sich den Luxus des Grundbesitzes nicht gestatten.
Weiberarbeit ist hier noch in hohem Maasse üblich,und wir möchten auch der gänzlichen Abschaffung derselbennicht das Wort reden, obschon ein Verbot derselben einiger-massen der Landwirtschaft und andern Erwerbszweigen zuGute käme; jedoch ist Reduzirung der Arbeit verheirateterWeiber erwünscht.
Von besondern Difformitäten bei den Fabrikarbeiternist nichts mehr zu sehen. Früher bei den alten Maschinen,als man mit den Füssen die Wagen in Bewegung bringenmusste, wurden die Arbeiter selten Soldaten wegen der ver-schränkten, sogenannten O-Beine, was jetzt nicht mehr derFall ist, da die Wagen der Spinnmaschine automatisch sichbewegen.
Unsere statistischen Aufnahmen über die Sterblichkeits-verhältnisse der Bevölkerung Hüttenheims belehrten uns,dass die Sterblichkeit in den Altersklassen von 15—30 Jahreneine erhebliche ist; ebenso erfuhren wir aus sachkundigemMunde, dass besonders die Arbeiterbevölkerung an derSchwindsucht in diesem Alter dem Tode am meisten Opferbringe. Ebenso ist auch die Kindersterblichkeit am stärksten