Die Sparsamkeit, der Unternehmungsgeist.
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Verkehrs wachsende Chancen sich bilden, durch kluge Kombinationen einen Erwerb zugewinnen. Die bisher erörterten wirtschaftlichen Tugenden sind zumal sür den kleinenUnternehmer wesentliche Stützen des Unternehmungsgeistes; aber der psychologischeSchwerpunkt liegt anderswo. Der Händler und Unternehmer muß einerseits eine um-fassende Kenntnis des Bedarfes, des Geschmackes, der Absatzwege und eine technischeBeherrschung der möglichen und üblichen Produktionsmethoden, andererseits Organisations-talent, Menschenkenntnis, Kombinationsgabe, eine gewisse geschäftliche Phantasie, die sichein Bild von der Zukunft machen kann, vor allein aber Mut, Energie, Thatkraft undRücksichtslosigkeit besitzen. Es sind nicht die höchsten sittlichen Eigenschaften, aber Quali-täten, welche nur in bestimmter gesellschaftlicher Umgebung und Schulung erlernt werden.Es sind zu einem Teil dieselben Eigenschaften, die für einen Truppenführer, einenBürgermeister, einen Landrat oder Minister nötig sind. Die Unternehmer sind dieOffiziere und der Generalstab der Volkswirtschaft. Je komplizierter dieselbe wird, destogrößer sind die Anforderungen an sie. Und zwar steigen sie fast nicht fo sehr in Bezug aufKenntnisse und Geschicklichkeit, als auf den Charakter. Und wenn es auch nur bestimmteSeiten desselben find, die in erster Linie gefordert werden, wenn andere weiche undedlere Seiten des sittlichen Charakters in einer Zeit harten Konkurrenzkampfes fogardem Unternehmer schädlich sein können, so sind doch der energische, wagende Mut, dieFähigkeit, Hunderten zu befehlen und sie mit Gerechtigkeit in Ordnung zu halten, diefindige Entschlossenheit, neue Absatzwege zu eröffnen, sittliche und männliche Charakterzüge.
Ohne diese hat es bis jetzt keine höher entwickelte Volkswirtschaft gegeben undwird auch in Zukunft die Leitung der wirtschaftlichen Geschäfte nicht möglich sein.
7. Das Wesen des Sittlichen.
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Lippert, Die Religionen der europäischen Kulturvölker. 1881. — Pfleiderer , Die Religion,ihr Wesen und ihre Geschichte. 1869.
Wir haben das Wesen des Sittlichen fchon in unseren bisherigen Betrachtungenwiederholt berührt. Wir haben die Sprache als das Instrument kennen gelernt, dasdie Menschen denken lehrte und sie zu gesellschaftlichem Dasein erhob. Wir sahen, daßmit dem unterscheidenden Denken eine Wertung, Ordnung und Hierarchie der Gefühleund der Triebe entsteht, daß die Triebe, und besonders die höheren, durch ihre Regu-lierung und richtige Einfügung in das System des menschlichen Handelns zu Tugendenwerden. Von da ist es nur ein Schritt bis zur Erkenntnis, daß die Rückwirkung derreflektierenden Werturteile auf unsere Gefühle und Handlungen uns zu sittlichen Wesenmache, uns jenen Adelsbrief gebe, durch den wir gleichsam zu Gliedern einer höherenWelt werden.
Aber wir haben hier doch noch etwas näher das Wesen des sittlichen Urteils unddes sittlichen Handelns zu untersuchen, über die sittliche Entwickelung und ihre Zucht-mittel uns zu verständigen und uns klar zu machen, inwiefern das Sittliche die Grund-lage und die Voraussetzung aller gesellschaftlichen Organisation, also auch der volks-wirtschaftlichen sei.
22. Das sittliche Urteil und das sittliche Handeln. Das sittlicheDenken besteht stets in einem Urteil, daß etwas gut oder böse sei; das sittliche Handelnin einer thatsächlichen Bevorzugung dessen, was wir für das Gute halten. Die letzteErklärung des Sittlichen kann immer nur eine psychologische sein: wie kommen wir zusittlichen Urteilen und sittlichem Handeln? Dabei kann die Rückwirkung anderer Menschen