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gar kein 1 Getreide ausgeführt, und am meisten erhellt dieganze Unerheblichkeit der damaligen Getreideausfuhr aus derThatsache, dass Sir William Petty in seiner Aufzählung 2 derenglischen Ausfuhrartikel Getreide mit keiner Sylbe erwähnt.
Dagegen war der Getreideabsatz auf dem Londoner Marktfür die Pächter der umliegenden und der an Themse oderSee liegenden Grafschaften von der grössten Bedeutung, dennnach der schon mitgetheilten Berechnung King’s wohnte hierein Zehntel der Bewohner des ganzen Landes, 53U 000 Personen,welche, da die Getreideeinfuhr von Aussen seit 1670 3 wach-senden Beschränkungen unterworfen worden, immer mehr aufdie Zufuhr aus diesen Grafschaften angewiesen war. Es wurdeschon oben bemerkt, dass die Landwirt hschaft dieser Graf-schaften entsprechend dieser ausserordentlichen Gelegenheit,ihre Produkte abzusetzen, auch als die technisch vorgeschrit-tenste geschildert wird. Namentlich galt dies frühzeitig vonNorfolk , Suffolk, Essex Kent und Sussex, also der unmittel-baren Nachbarschaft Londons . 4
Schon bei Erörterung der Absatzgelegenheiten der Pächterwurde oben erwähnt, dass Weiden und Wiesen den Grund-eigentümern eine viel grössere Beute brachten als das Pllug-land. Es ist indess nöthig die ganze Tabelle, welche Davenantüber das Verhältnis der einzelnen Kulturarten zu einander
1 Ibid. p. 407.
2 Political Arithrnetick. London 1691 p. 83.
3 Vgl. unten im 3. Abschnitt.
4 So heisst es in Stow’s Beschreibung von London von 1598:« London macht die Grafschaften von Norfolk , Suffolk, Essex, Kentund Sussex blühend, welche, da sie unserem mächtigsten Nachbargegenüberstehen, auch (mehr als andere) im Zustand grösster Stärkeund grössten Reichthums erhalten werden müssen: und dieseStärke und Reicht hümer, wie wohl bekannt ist,beruhen nicht so sehr auf Vorzügen ihres Bodensals auf ihrer Nachbarschaft und Nähe zu London .»Vgl. Stow on the Benefits London does tlie realm in der Einleitungzu der von der New-Shakspere Society herausgegebenen Descriptionof England von Harrison, Publications of the new Shakspere Society,Series VI 5 p. 21. Vgl. ferner schon Tusser (1557) citirt unten aufp. 23, Anmerkung 2.
Faber, Entstehung des Agnirscluilzes.
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