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Die Entstehung des Agrarschutzes in England : ein Versuch / von Richard Faber
Entstehung
Seite
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III.

Die englische Getreidehandelspolitik von den Tudorsbis zur Einführung der parlamentarischen Regierung.

Es ist das Schicksal Englands gewesen, dass es seit dernormannischen Eroberung die Entwickelung vom Absolutismuszur parlamentarischen Regierung zweimal zurücklegen musste.Zwischen dem Parlamentarismus des Feudalstaats und demdes achtzehnten Jahrhunderts liegen der Absolutismus derTudors und die Kämpfe des Parlaments mit den Stuarts . Auchin der Getreidehandelspolitik des 16. und 17. Jahrhundertszeigen sich die Spuren dieser Entwickelung. Es treten dabeiErscheinungen hervor, die an analoge Vorgänge in der Zeitzwischen dem 12. und 15. Jahrhundert erinnern. Danebenmachen sich selbstverständlich entsprechend den vorgeschritte-neren politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen auch neueMomente geltend.

Bekanntlich bedeutet die Wiederherstellung des legitimenHerrscherhauses von York, welche mit der ThronbesteigungEduard IV. stattfand, in doppelter Hinsicht eine Vorbereitungzur königlichen Politik des 16. Jahrhunderts : in der Herab-drückung des Einflusses des Parlaments und in der Begünstigungdes beweglichen Besitzes und seiner Interessen im Gegensatzzum Feudaladel. «Schonet das Volk und tödtet die Herren»war nicht blos auf dem Schlachtfeld die Politik Eduards IV. ,sondern auch wo es um innere Fragen sich handelte. SeineParlamente waren wie die Richards III. Parlamente von Ja-