LONDONS INTERESSE AM CETREIDEIIANDEL.
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treidebedarf kauten muss, und deren Getreidebedarf so grossist, dass er, wie wir gesehen haben, das Aufblühen des Getreide-baus in allen benachbarten Grafschaften, aus denen eine Ge-treideausfuhr möglich war, verursacht. Der grössere Theil dieserBevölkerung befindet sich in nur eben ausreichenden, dergrosse Theil derselben in dürftigen Verhältnissen. Hier alsodas intensivste Interesse an billigen Getreidepreisen und zwarnicht blos um der grossen Masse billigen Lebensunterhalt zuschaffen, sondern bereits mit Rücksicht auf die Verbilligungder Produktionskosten der Hauptexportartikel. 1 2
Daher denn auch schon im 17. Jahrhundert positive Vor-kehrungen der Stadtregierung, um Billigkeit des Getreides zusichern.
Aus dem Jahre 1610 bereits wird berichtet : 4
«Ungeachtet der grossen schon früher getroffenen theilsallgemeinen, theils besonderen Massnahmen zur VersorgungLondons sowohl seitens der einzelnen Zünfte der Stadt, alsauch durch Erbauung und Ausstattung verschiedener Getreide-speicher und Lagerhäuser für die allgemeine Versorgung derStadt zum Zweck der Verhütung plötzlicher Hungersnoth, istdoch die unbeschreibliche Zunahme der Bevölkerung der Stadtund ihrer Umgebung, sowohl an Fremden, als auch an Ein-geborenen so gross, dass die Behörden in ihrer Weisheit,sowohl um Hungersnoth zu verhüten, als auch um für dieArmen zu sorgen, mit musterhafter Sorge, vor ungefähr zweiJahren zu Bridewel zwölf neue schöne Getreidespeicher, aus-reichend um 6000 Quarter Korn zu fassen, und zwei Lager-häuser für Steinkohlen für die Armen, welche 4000 LadungenKohlen fassen, zu bauen begannen; welche unentbehrlicheHäuser nicht vor diesem Jahre fertig wurden.»
1 Schon William Stafford lässt 1581 in seinem Dialog den Tuch-macher klagen, dass er keine Arbeiter beschäftigen könne wegender Theuerung der Lebensmittel; die Folgen seien die Tumulte derWeber (Publicat. of the New-Shakspere Society, Series YI Nr. 8 p. 18).Vgl. auch die Stelle p 27 : the Artifficers cannot set so many aworkc, by reason all manner of vietayle is so deer.
2 Vgl. Publicat. of the New-Shakspere Society, Series VI 5 p. 27.
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