112 DER ANTRAG WIRD ABGELEIINT. SEINE BEDEUTUNG.
Indess es blieb bei dem Ausfuhrzoll, der zu dem demKönige auf Lebenszeit bewilligten Tonnen- und Pfundgeld ge-hörte. Der Antrag Birch wurde mit 116 gegen 87 Stimmenabgelehnt.
Für uns aber ist der Antrag trotz seiner Erfolglosigkeit vongrosser Bedeutung.
Er zeigt nämlich einmal einen Whig mit einem Anhangvon 86 weiteren Stimmen als Antragsteller bei einem Anträge, derdie Ausfuhr von Getreide begünstigen soll. Die Tories dagegen,mit 116 Stimmen treten dem Anträge aus politischen Gründenentgegen. Es muss diese Nachricht zu einer Modifikation derMittlieilungen von Schriftstellern vom Ende des 18. Jahrhun-derts führen, wonach Wilhelm III. das gleich zu besprechendeGesetz von 1689 im einseitigen Interesse der Tories erlassenhabe. 1
Ferner zeigt der Antrag, welches Interesse die damaligenLandwirthe der London umgebenden Grafschaften und derSeegrafschaften gerade der Ausfuhr ihrer Produkte beilegten.Auch ist dies begreiflich. An eine Einfuhr war naturgemässnur zu denken, wenn die Preise in Folge einer schlechtenErnte hoch waren. Wenn es sie auch immerhin empfindlichberührte, wenn alsdann die Preise durch die Einfuhr gedrücktwurden, so fand die Einfuhr alsdann höchstens aus den gegen-überliegenden Getreidespeichern Hollands statt, sie war alsokostspielig und ein allzu tiefes Sinken der Preise war nichtzu befürchten. Aber von weit grösserem Einfluss auf die Preiseals die Einfuhr war bei dem damaligen Stand der Verkehrs-mittel der Ausfall der eigenen Ernte. War diese ausserordent-lich gut, so bedeutete sie für den Landwirtli Ruin. Daher esweit wichtiger für ihn war, in solchen Fällen den Ueberflusslos zu werden, als bei schlechter Ernte ein allzu hohes Steigender Preise durch Getreideeinfuhren verhindert zu sehen.
Daher finden wir denn auch 1683 bereits theoretisch for-mulirt den Gedanken, dass es im Interesse des Königs sei,eine Prämie für die Ausfuhr von Korn einzuführen. Ich be-gegne demselben in einem Cilat A. Young’s aus einem Schrift-