Begriff von Verkehr und Handel.
Einzelnes: Fuchs, Die Organisation des Liverpooler Banmwollhandels in Vergangenheit undGegenwart, I. f. G.V. 1890. — Jaff«, Die englische Baumwollindustrie und die Organisation desExporthandels, das. 1900. — Cohn, Zur Geschichte und Politik des Verkehrswesens. 1900.
Hausierhandel: I. G- Hosfmann, Befugnis „ zum Gewerbebetriebe. 1846. 240 ff. —v. Ulmenstein, Über den Hausierhandel, A. d. Pol. Ökon. 1. 1835. — Lexis, Wandergewerbe ,H.W. — S. V. f. S. über Hausierwesen, von W. Stieda, Bd. 77-83. 1898—99, Bd. 88. 1900(Referat von Stieda).
Zwischenhandel: S.V. s. S. Bd. 37—38. 1388 und Bd. 88. 1899. Verhandlungen über die Ent-wickclnngstendcnzcn im modernen Kleinhandel. — Mataja, Groszmagazine und Kleinhandel. 1891.—Steaemann, Umwälzungen im Detailhandel, Zukunft vom 31. III. 1896. — Huber, Waren-haus"und Kleinhandel. 1899. — Die Lage des Kleinhandels in Deutschland , hrsg. von d. Handelst,in Hannover . 2 Bde. 1899—1900.
148. Einleitung. Der Verkehr und der Handel. Wir haben in derEinleitung und in den zwei Büchern des ersten Teiles die Grundlagen und die gesellschaft-liche Versassung der Volkswirtschaft darzustellen gesucht. Wir haben im zweiten Buchedie gefellschaftlichen Organe kennen gelernt, durch deren Ausbildung der Körper derVolkswirtschaft entsteht, durch deren Zusammenwirken er zu funktionieren fähig ist. Wirhaben nun sein Leben zu studieren, hauptsächlich die Einzelvorgänge und Bewegungendarzustellen, die in millionenfacher Wiederholung als Äußerungen der Organe erscheinen,ihre Existenz unterhalten, ihr Wachstum, ihre Kräfte bestimmen. Es handelt sich umdie Gesamtheit der Verkehrserschcinungen, des Handels, des Wertes nnd Preises, umdie Waren- Geld- und Kreditübertragungen, um die Bethätigung, Bewertung vonKapital und Arbeit und ihre Folgen, um die Einkommensverteilung als ihr letztesErgebnis, wobei aber nicht bloß die thatsächlichen Vorgänge und Größenverhältnisse,sondern ebenso ihre gesellschaftlichen Formen und die sie beherrschenden Institutionen,da und dort auch in Ergänzung des zweiten Buches die Hieher gehörigen eigentüm-lichen specialisierten wirtschaftlichen Organe zu erörtern sind. Während es sich imganzen im vorigen Buche um eine Art Anatomie und Formenlehre des volkswirtschaft-lichen Körpers handelte, ist hier eine Art Physiologie seiner Kräfte und Organe zuversuchen. Es ist das wichtige Gebiet der Erscheinungen, welche vom 15. bis 18. Jahr-hundert mit der Ausbildung der modernen Volkswirtschaft stärker hervortraten undlange überwiegend oder allein den Gegenstand der volkswirtschaftlichen Theorie undLitteratur ausmachten. Eine bloße Verkehrsnationalökonomie, eine Theorie von denselbstsüchtig tauschenden Individuen, eine einseitige Naturlehre des Marktes war soentstanden. Unsere Darlegung der Verkehrserscheinungen erfolgt von dem gesellschaft-lichen, cntwickelungsgeschichtlichen und ethischen Standpunkte aus, den wir im erstenTeile gerechtfertigt haben.
Wir fchildern in diesem ersten Abschnitt erst die Ausbildung des Verkehrs, danndie gesellschaftlichen Ordnungen des Handels, d. h. seine Rechtsformen, hauptsächlich dasMarktwcsen, endlich die Entwickelung des Handels nach der persönlichen Seite. Wirversuchen eine Darlegung der ganzen Entstehung des wirtschaftlichen Cirkulations-prozesses nach den drei bezeichneten Seiten hin. Der Gegenstand bleibt in den dreiTeilen dieses Kapitels derselbe; er wird erst vom Standpunkt der Verkehrsmöglichkeit,dann von dem der gesellschaftlichen Marktordnung, endlich von dem der persönlichenOrganisation der Händler aus vorgeführt. Die beiden folgenden Abschnitte über Kon-kurrenz und Geldwesen schließen sich dem an, ergänzen das hier Geschilderte.
Unter Verkehr im weiteren Sinn versteht man die äußere lokale Übertragung wirt-schaftlicher Güter, Personen und Nachrichten von einem Ort zum anderen, wie die recht-liche aus der Verfügungsgewalt einer Person in die einer anderen. Das erstere geschiehtdurch die Verkehrsmittel und die Verkchrsanstalten, das letztere durch die Verträge, Kaus-,Kredit- und sonstigen Geschäfte. Scheidet man das letztere als ein Gebiet des wirt-schaftlichen Lebens für sich aus, fo Pflegt man es unter dem Begriff des Handelszusammenzufassen; dem Begriff des Verkehrs im engeren Sinne bleiben dann die räum-lichen Übertragungen.
Beide Gruppen von Vorgängen greifen stets ineinander über. Fast jeder Kauf undVerkauf ist mit einer Ortsänderung verbunden oder stellt eine solche in Aussicht; häufig
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