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2 (1904) Verkehr, Handel und Geldwesen : Wert und Preis ; Kapital und Arbeit ; Einkommen, Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik ; Historische Gesamtentwickelung
Entstehung
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102 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumläufe?' u. der Einkommensverteilung. ^5g(>

Herßka, Die Valutafrage. 1376. D ers., Wahrung nnd Handel. 1876. L olle 8, ?inanei!tl bistoi^ol tlis Duitscl States. '8 vols. 1886. Kramär, Das Papiergeld in Österreich seit 1848. 1886.Ders., Russische Valutareform. 1897. Menger, Übergang zur Goldwährung. l892. Denk-schrift über das Papiemeldwcsen der ung-österr. Monarchie. Verf. im Finanzministerium. 1892.Lexis, Papiergeld. H.W. VI. 2. Aufl. l901. lltsunomipa, Die Warenpreisbewcgung inJapan seit dem Jahr 187S. 1897. G. Buuzel, Das moderne Geld- und Kreditwesen. Zeitsch.f. V.W. Soc.-pol, 7. 1898.

170. Begriff des Wertes überhaupt. Wir haben in den beiden letztenAbschnitten den Mechanismus, die rechtlichen und wirtschaftlichen Institutionen ge-schildert, auf denen Handel und Verkehr beruhen. Wir haben jetzt das überall imbisherigen vorausgesetzte und gestreifte innerste Triebrad desselben, die NächstliegendeUrsache des wirtschaftlichen Handelns überhaupt, den Wert zu untersuchen.

Der Wert ist eine allgemein unser ganzes Seelenleben begleitende, all' unserHandeln beherrschende Erscheinung. An jede Borstellung, an jeden Eindruck knüpfensich gewisse Gefühle der Lust und Unlust, der Billigung und Mißbilligung an, die beieiner gewissen Stärke zum Bewußtsein kommen. Diese Gefühle deuten das für daskörperliche und geistige, individuelle und gesellschaftliche Wohlbefinden Förderliche oderHemmende an (I § 11, S. 2022). Es sind die Wertgefühle, die entsprechend demGesamtzustand des vorstellenden und fühlenden Wesens sich auslösen, je nach ihrerStärke und ihrer Fähigkeit, andere Vorstellungen und Gefühle zu verdrängen, den Vor-stellungsverlauf und das Handeln beherrschen, das Begehren erzeugen, je nach Erinnerung,ordnendem Denken, klarem Kausalverständnis zu Werturteilen werden. Das Wertgefühlgiebt eine dunkle Direktive, das Werturteil sagt klar: das fördert dich, das schadet diroder der Gesellschaft aus dem und dem Grunde. Das Lcbcnsförderliche erscheintWert",das Lebcnsschädlicheunwert". Alle Gefühlsthätigkeit hat Werte zum Ergebnis. DieseErgebnisse können irren, sie werden von allen normalen und anormalen Ursachen desSeelenlebens beeinflußt; aber je gesunder und tüchtiger wir sind, je richtiger wir dieZusammenhänge von Ursache und Wirkung überblicken, je höher und reiner unsergesamtes Urteil steht, desto richtiger leitet uns das zum Werturteil gewordene Wert-gefühl.

Stets handelt es sich dabei um einen komplizierten Vorgang der Seele, um einAbwägen von Nutzen und Schaden, von Vorteil und Opfer, um ein vibrierendesSchwanken, Wählen, Taxieren und Ordnen; denn die Vorstellung, die ein Wcrtgesühlerzeugt, setzt sich mit anderen neben ihr vorhandenen Vorstellungen, das eine Gefühlmit anderen widerstreitenden, auseinander; eine Reihe von Zwecken und meist für jedenZweck eine Reihe von Mitteln stehen vor unserer Seele; unser Wertgefühl sagt: ausdieser Mehrzahl von Möglichkeiten, Zwecken, Gütern und Handlungen ist im Augen-blick, ist morgen oder zukünftig, ist in dem oder jenem Zusammenhang dies zu wählen,zu bevorzugen. Wert stammt vom mittelhochdeutschenvar", wählen; das Werteist das von uns Auserwählte. Jedes Wertgefühl und jedes Werturteil schließt so eineWertordnung von mehreren: Möglichen und Verglichenen ein. Alle Wertgefühle und-urteile knüpfen neben der momentanen Erregung von Lust- und Unlust-, Billigungs-oder Mißbilligungsgefühlen an die Erinnerung und den ganzen Schatz früherer Gefühleund vorhandener Urteile an, basieren so auf einem in der Erinnerung bereits vor-handenen Maßstab. Oder anders ausgedrückt: alle Wertung, so sehr sie zunächst einensubjektiven Ausgangspunkt hat, beruht darauf, daß das Individuum das Gewerteteund Begehrte sich vergegenständlicht, als ein außer ihm Vorhandenes betrachtet, es mitanderem vergleicht, in seinem Zusammenhang sieht. Damit wird das Gewertete fürihn ein Objektives, durch Ideale und Normen Geordnetes. Eben deshalb werden dieWerte sofort von der Seele in die Dinge hinein verlegt. Es entsteht die Vorstellungdes vom Subjekt unabhängigen Normalwertes, als dem Festen, von dem die augen-blickliche subjektive Wertung Wohl abweichen, aber nicht sich losmachen kann. DieMaßstäbe, welche diese Ordnung alles Wertes beherrschen, sind nicht bloß aus subjektivenErlebnissen erwachsen, obwohl schon diese das einzelne Werturteil durch Erinnerung in