Teil eines Werkes 
2 (1904) Verkehr, Handel und Geldwesen : Wert und Preis ; Kapital und Arbeit ; Einkommen, Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik ; Historische Gesamtentwickelung
Entstehung
Seite
131
Einzelbild herunterladen
 

Die Rachfrage nach RSHrmitteln, Getreide^

131

sätzen genügt, weil ihre Zusammensetzung die nötigen stickstoffhaltigen und stickstofflosenStoffe nicht ganz, aber annähernd enthalt. Die Physiologen fordern heute für einenarbeitenden Man» täglich 1S0-1S0 Gramm Eiweiß., 609V Gramm Fettstoffe, 300bis 600 Gramm Kohlehydrate; zwei Pfand Brot haben etwa 62 Gramm Eiweiß-,4 Gramm Fettstoffe, 500 Gramm Kohlehydrate; die leichter zu beschaffende, aber ge-ringere Ernährung der niedrige« Raffen durch Sago- nnd Dattelpalme, Banane undBrotfruchtbaum hat eiae viel ««günstigere Zusammensetzung, fordert in größerem Umfangden Zusatz anderer Nührmittel; sie hat nirgends Menschen höherer Kultur, wie Getreideund Brot erzeugt. Der Übergang zur Getreide- uud Brotnahrung wurde schon infrüher Zeit als großer Fortschritt empfunden. Homer setzt den energielosen Lotosesserndie Männer gegenüber, die die Früchte des Halms genießen; erstere vergäßen jedesAuftrags uud jeder Pflicht. Die Verbreitung, in welcher die Menschen heute über-wiegend vou Mais in Amerika uud am Mittelmeer, vou.Durha oder Hirse in Afrika ,von Reis in Ostafiea (750 Müll. Mensche«) und von Weizeu, Roggen, Gerste, Haferin Europa und Amerika uud ihre« Aolo«ieu (ca. S00 Mill. Menschen) leben, entsprichtteils gewissen Natur- und klimatische« Bedimgw«gem, «och mehr der Knlturarbeit derVölker, die langsam taftend nach dem Paffende« suchte«, vou den geringeren zu denbesseren Getreidearte« sich ewchorgearbeitet habe«, soweit sie Boden «nd Klima lieferten.Der Reis hat sast so wenig Eiweiß m«d Stickstoff wie die Kartoffel; aber er liefert inEhiua, Japan n. s. w. sehr große Eimte« and ist mit Fische«, Bohnen, Erbsen undKäse eine erträgliche Nahruug. Die Kartoffel erla«bte auf gleicher Flache viel mehrMenschen z« ernähren als Getreide; sie wurde i« viele« Teile« Europas zum Hauvt-nahruagsmittel der Arme«; «m die nötige« Eiweißstoffe «ad Kohlehydrate zu be-kommen, mnßte die Person aber täglich fünf «nd mehr Kilogramm Kartoffeln genießen,was die Iren, auch viele Teutsche physiologisch herunterbringen, Magen und Darmüberfüllen mnßte. So gesund 250500 Gramm Kartoffeln für den erwachsenen, thätigenMenschen find, so schädlich find so große Mengen. Hermann berechnet 1866, daß derDeutsche das 37 fache au Kartoffeln wie der Franzose esse.

Auch die Getreideartea stehen sich an NaWraft «icht gleich: Gerste, Roggen undWeizen verhalten sich wie 6V: 7S: 100. Und ebenso wenig ist die Zubereitung deSGetreides gleichgültig. Die S«nst der Mehl- «nd Mehlspetsebereiwag, des Brotbackenshat die Getreideeraahrnng wesentlich gehobea und verbessert. Das Brot ist eine wettbekömmlichere Nahrung >M der Mehlbrei «md die Poleuta; es kann am ehesten alleingegessen werden uud paßt doch W allen anderen Speise«, wenn auch wahr bleibt, daß derSoldat mit S Pfund Kow»ißbrot alleim, »ie dies amfa«gs des IS. Jahrhunderts vielfachüblich war, körperlich verkomme« maßte. Die BrMereituug hat man in allen Sprachenuud Religionen als etwas Göttliches geeiert, das Brot als de« Aabegriff aller Speise an-gesehen. Und doch hatte mau sehr lange oh»e Hefe, avs rohem Mehl gebackenes, sehrhartes Brot; erst der Gärungsprozeß hat es leichter «ab den Berdavuagssäftm zu-gänglicher gemacht. Was wir heute Weißbrot u-uae«, kam im Paris nnd Lands» von165« an durch bessere Hefe «nd Garumg auf. Die WeWrotsMr Machten in England 17K0 40. 1«3S KS Prozent der B-»Aktt»»s aus. Auch heute «och wird tu Deutschlandnnd Osteuropa «ehr was schwere Schwarz- w«d AtoWeubrvt Sea/sse»; i« Frankreich , demHauptlaud des WeizeaS »ad der W-iHbrotcher, lebe« «ach S Mill, Menschen über-rr-.---»,: 7.

I- der Epoche vow 1K001K50 uahm «a» in den meiste« mtttelMrsp«tschmLäudern einem Mittleren jwHrlichem Getreiidktomf«« »«« W9 Kilogramm pw Kspf

der Bevölkerung wu, freilich teilweise mit Ei«iWchMw«A des Brauerei- « Krenabedarfö:es umr eine W «sWiiichliM Mchlbrei- und BroteruaHrumg, die da«« 17S0--1Hß0vielfach noch dwrch die KamtsM verMlechtert wwrde; es fehlte die ae««aenw ErKÄnznugdurch Legu»N»chc». FleUch Nud Mt; sie wwrde Wr das ^«WM freilich durch Milchund Käse, Heringe m-d Ähnliches, was wberwmMd die eig-»e Mrtschsst gab, ntrMtch.Zu dem MemHischem SWdtem wmiÄem 1«1W1 etwa 144-16? KtlSMSMM W^ize»uud UoWeu w»f dem Kwpf verzehrt; jcht rechmet «s« «s Getreide für Axst «nd M^hl-