Teil eines Werkes 
2 (1904) Verkehr, Handel und Geldwesen : Wert und Preis ; Kapital und Arbeit ; Einkommen, Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik ; Historische Gesamtentwickelung
Entstehung
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Die verschiedenen Arten beschränkten nnd unbeschränkten Angebots.

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fehlen, in immer neuer Gestalt sich uns bieten. In welcher Geschäftsbranche gäbe esnicht fähige und unfähige Unternehmer, hochstehende und geringere Arbeiter, verschiedenvollkommene technische Methoden. Nur wo die besten Produktivkräfte beliebiger Zu-nahme und Ausdehnung fähig sind, verdrängen sie die geringeren. Und wo sie esthun, bedarf es oft der Jahrzehnte und Generationen, wie wir heute in der Konkurrenzvieler vollkommener Groß- mit unvollkommenen Kleinbetrieben sehen.

Was folgt aus allem für die Erkenntnis der Größe des Angebots und seinerUrsachen? Zunächst, daß es nicht ganz richtig war, es einzuteilen in drei Gruppen,von welchen man zwei als mehr nebensächlich, eine als die Mehrzahl der Fälle um-fassend darstellte. Man Pflegte seit Ricardo und I. St. Mill zu unterscheiden, 1. dasAngebot einiger weniger Seltenheiten, deren Wert nicht durch die Produktionskosten,sondern durch ihre Beschränktheit, ihren Nutzen und die jeweilige Kauskrast der für siein Betracht kommenden Käufer bestimmt werde, 2. das Angebot der Güter, deren ver-mehrte Produktion nur möglich sei unter größeren Schwierigkeiten und Kosten; manfagte, ihr Wert werde durch die Kosten des Teils des begehrten und bezahlten Angebotsbestimmt, der unter den ungünstigsten Umständen produziert werde; man meinte damithauptsächlich Lebensmittel. 3. Das Angebot der Güter, deren Produktion beliebigvermehr- und verminderbar sei. Diese Gruppe, wohin man vor allem die Mehrzahl dergewerblichen Produkte rechnete, hatte man bei der Wertlehre fast allein im Auge; ihrWert, sagte man, werde durch die Produktionskosten bestimmt. Der Satz, daß dieProduktionskosten den Wert regieren, galt als der Angelpunkt der Werttheorie. Eskam nun nur noch daraus an, was man unter den Produktionskosten versteht. Wirkommen darauf gleich näher zurück, bemerken aber gegenüber dieser ganzen Einteilung, 1. daßdie Produktion aller möglichen Waren entweder dauernd oder vorübergehend beschränktist; alle Waren, deren Angebot von wechselnden Ernten abhängig ist, sind jeweiligbeschränkt oder im Übermaß vorhanden, sofern die Ernten vom Mittelmaß um 10 bis4V Prozent sich entfernen; 2. daß die Verschiedenheit in der schwierigeren oder leichteren,teuereren oder billigeren Produktion so ziemlich in allen Zweigen wirtschaftlicher Thätig-keit vorkommt und 3., daß es eine ganz beliebige Vermehr- oder Verminderbarkeit derProduktion eigentlich nirgends giebt: alle Menschen gehen nur schwer zu anderemBerufe über; Geschäfte auszudehnen und einzuschränken ist auch da, wo es geht, eineOperation, die Wochen, Monate, Jahre dauert, vielfach aber ganz ausgeschlossen ist,weil man einerseits das Kapital aus seiner derzeitigen technischen Verwendung nichtherausziehen kann, andererseits zu beliebiger Vermehrung der Produktion nicht immerdie Mittel hat. So beschränkt sich jedenfalls der früher allein in den Vordergrund gestellteFall des Angebots ganz wesentlich; die Gesamtheit des Angebots zeigt in der Wirklichkeit^ine andere Erscheinung, als Ricardo, Mill und ihre Anhänger annahmen.

Trotzdem ist der ganze Sturmlauf, den Macleod, Jevons und in ihrem Gefolgedie Schule der österreichischen Werttheoretiker gegen das sogenannte Gesetz der Pro-duktionskosten eröffnet haben, im ganzen als ein mißlungener zu betrachten. Sie habenzuletzt selbst zugestanden, daß in aller Regel die Produktionskosten praktisch die Preiseauf die Dauer bestimmen. Aber sie haben allerdings durch ihre Kritik den Fortschrittherbeigeführt, daß man theoretisch die Definition und Wirkung der Kosten richtigerbestimmt und umgrenzt hat, daß eine Reihe von früheren Irrtümern jetzt dauerndbeseitigt ist. Niemand glaubt heute mehr, daß die Aufwendung von Kosten oder Arbeitirgendwo und wann einem Gute Wert gebe, wenn es nicht zugleich infolge seinerNützlichkeit und seiner Beschränktheit begehrt ist. Niemand übersieht heute mehr, daßdie Produktionskosten nie direkt den Wert und die Preise bestimmen, sondern nurdadurch und soweit, als sie die Größe des Angebots, also die Frage der Beschränktheitbeeinflussen. Wie das geschehe, sehen wir nachher. Wir machen uns zunächst denBegriff der Produktionskosten klar.

180. Die Analyse der Produktionskosten. Wer für sich ein wirtschaft-liches Gut herstellt, fragt sich, ob der Erfolg der Anstrengung entspreche, ob er aufandere Weise etwa bessere Ernährung durch kürzere Arbeit hätte erzielen können. Wer