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Post- und Gemeindesparkassen 1860-1900.
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der örtlichen Sparkassen und deren Ausleihegeschäft in den Kreisen, welche ihr Geldzur Sparkasse bringen. Die Sparerfolge sind teilweise in den Ländern ohne Post-sparkasse größer als in den Ländern mit ihr. Das waren auch die Motive, welche inDeutschland 1885 die Ablehnung des Gesetzentwurfes zu einer Postrcichssparkasfeherbeiführten.
In Deutschland haben die Gemeinden und Kreise in der Hauptfache das ganzeSparkassenwesen in den Händen behalten und im ganzen richtig weiter zu bildengewußt. Preußen zeigt solgende Entwickelung:
1836 80 Sparkassen mit 99 646 Sparkassenbüchern 16 Mill. Mk. Guthaben 160 Mk. auf 1 Buch,1866 323 „ „ 919 313 „ 268 . „ „ 291 „ „ 1 „
1896 1483 „ „ 6S27 337 „ 4000 „ „ „ 613 „ „ 1 „
1900 1490 „ „ 8 670 709 „ 5746 „ „ „ 662 „ „ 1 „
Für ganz Deutschland hat man 1884 6 Mill. Bücher mit 2833 Mill. Markberechnet, für 1897—1899 13,8 Mill. Bücher mit 8186 Mill. Mk. Die Zahl derAnnahmestellen ist in Preußen 1881—1900 von 2083 auf 4371 in 3518 Orten, inWürttemberg 1879—1895 von 84 auf 1415 gestiegen; für ganz Deutschland zähltDrape 1891—1892 6878 Annahmestellen. Auf 100 Einwohner fielen 1891—1892.Sparkassenbücher: in Deutschland 21,2, in Preußen 20, in Sachsen 47, in Bremen 71,.in Großbritannien 17, in Frankreich 20, in Österreich 14, in Italien 12, in derSchweiz 27, in Dänemark 38. Die Guthaben bis 300 Mark machten in Preußen 60°/o aus; die Bücher der eigentlichen Arbeiter machten bei 6 Kassen, die Drape nach-weist, 30-75°/° aus.
Die Gesamteinlagen der Sparkassen betrugen 1897—1900 etwa in Deutschland 8—9 Milliarden Mark, in Großbritannien 4—5, in Frankreich 3—4 Milliarden Mark,wobei was in Genossenschaftskassen liegt, nicht gerechnet ist. So trügerisch ein großerTeil aller vergleichenden Sparkassenstatistik ist, weil die Kassen der verschiedenen Länderverschiedene Bevölkerungsklassen umfassen, verschiedene Organisation haben, die gröbstenThatsachen der Entwickelung spiegelt die Statistik doch richtig wieder. Sie zeigt, daßDeutschland mit seinen kommunalen Kassen nicht hinter den Postsparkassenländern zurück-blieb, sondern sie überholte. Sie zeigt auch, daß in Frankreich und Österreich ihrkeineswegs eine stärkere Heranziehung der Arbeiter gelang.
Die Reformen der Sparkassen, welche teils schon begonnen haben, teils und nochmehr erst der Durchführung harren, liegen gleichmäßig auf dem Gebiete der Spar-anregung und Sparerleichterung, wie auf dem der Anlage des gesammelten Kapitals.In ersterer Beziehung ist die Losung: mehr Einzahlstcllen, lange Öffnung derselbenund zu den für die kleinen Leute paffenden Stunden, möglichst Annahme der kleinstenZahlungen, Ausbildung von Lockmitteln aller Art für die Einzahlung. Da die kleinstewie die größte Einzahlung fast gleich viel Berwaltungskosten macht, die kleinsten für dieVerwaltung zu teuer werden, fo hat man den Verkauf von Pfennig- und Groscheu -marken eingeführt, die aus Karten bis zum Betrag der Minimaleinzahlung von eineroder auch von mehreren Marken geklebt, dann als Zahlung angenommen werden. Manhat Pfennigsparkaffen als Sammelstellen und ebenso Schulsparkassen gegründet,wobei die Lehrer die Kinder anregen und deren Pfennige in Empfang nehmen. Belgien ,England, Frankreich haben die Schulfparkassen ausgebildet (es gab im letzten Land1896 24 000 Jugendfparkassen mit 0,44 Mill. Sparern, 12,9 Mill. Francs Einlagen).Durch Fabriksparkassen hat man den Arbeitern die Einlegung zu erleichtern gesucht.Freilich erleichtert keine Einrichtung die Eiulegung mehr als die Postsparkasse.
Ein kaum begonnener Versuch ist der wöchentliche Abholungsdienst für die, welchees wünschen: die englisch ^amerikanische Vvlksvcrsicherung verdankt ihm ihre großenErfolge; manche deutsche Sparkassen und ländliche Vorschußvercine haben ihn organisiert;er kostet zuerst viel, in Frankfurt a. M. z. B. jährlich 15 000 Mk. Aber er wirktsehr erziehend. Er bereitet den Sparzwang vor, den bis jetzt einzelne Fabriken fürjugendliche Arbeiter eingeführt haben, den Schanz verallgemeinern möchte, um für jeden