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Schwierigkeit der Lohnuntersuchung, Berechnung in Getreide.
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Die gesamten Unterhaltskosten eines Ackerknechtes nehmen die wissenschaftlichenLandwirte des 19. Jahrhunderts auf Grund sehr zahlreicher Beobachtungen undDurchschnitte zu 1600 bis 2500 Psund Roggen (300 — 1250 Kilogramm) an. AlsFamilienbedarf werden von denselben Gewährsmännern, in Weizen ausgedrückt, 3300 —6600 Pfund (1900 — 3300 Kilogramm) angegeben. Nimmt man heute als jährlichenwirklichen Cercalienkonsum 250 Kilogramm für den wesentlich von Getreideproduktenlebenden Erwachsenen an, so giebt das gut bemessen sür die Familie von zwei Er-wachsenen und zwei bis drei Kindern und jungen Leuten etwa 1000 Kilogramm; manwird nicht schl gehen, wenn man den Cercalienkonsum dieser Kreise einem Drittel bisFünftel der nötigen Gesamtausgaben gleichsetzt; diese wären also auf etwa 750—1250Kilogramm für die Person, auf etwa 3000—5000 Kilogramm für die Familie anzusetzen;das giebt einen Wochenbedars von 14,5—24 Kilogramm für den Mann, 57,7—96 Kilo-gramm für die Familie. Man wird vielleicht fagen können, was auch mit den empirifchfestgestellten, unten folgenden Zahlen übereinstimmt, daß ein Wochenverdienst, der unter15—24 Kilogramm Cerealien steht, kaum ausreichend für die einzelne Person, jedenfallsein Hungerlohn für die Familie, ein Lohn von 50—60 Kilogramm für letztere immernoch dürftig, ein solcher von 90—120 Kilogramm ausreichend, von 200 Kilogrammund mehr aber sehr auskömmlich sei.
So roh und schematisch diese Annahmen und Zählen sind, so sehr sie im einzelnendurch die Verschiedenheit des Konsums und der Bedürfnisse, durch die verschiedenePreishöhe von Getreide, Kartoffeln, Fleisch, Wohnung und Kleidern modifiziert werden,so geben sie doch für historifche und geographische Vergleichungen den ungefähren not-wendigen Anhalt. Es giebt keine Ware, deren Einkauf für den Arbeiter unsererKulturstaaten und seinen Unterhalt wichtiger wäre, deren Preis zugleich so weitgehenddie Höhe seiuer Lebenshaltung bestimmte. Und zahlreiche empirisch-historische Einzel-untcrsuchungen beweisen, daß die Skala von 15, 60, 120 und 200 Kilogramm Getreideals wöchentliche Kaufkraft des Arbeiters früher wie heute die thatsächlich vorkommendenVerschiedenheiten der Lebenslage im ganzen richtig kennzeichnet.
Für England haben wir in den Untersuchungen von Rogers, Cunningham,Hewins, Toynbee, Arthur Houng und den neueren Statistikern eine relativ leidlicheGrundlage der Untersuchung. Wir können annehmen, daß die nicht zahlreichen Arbeiterim 13. Jahrhundert wöchentlich etwa 35 Kilogramm, nach der großen Pest und demdurch sie erzeugten Menschenmangel von 1340 — 1350 60 — 80 Kilogramm Weizenverdienten, und daß der Lohn noch im 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts ähnlichhoch blieb. Nun kamen ungünstigere Zeiten: der Rückgang des Bauernstandes, dieVerdrängung des Ackerbaues durch die Schafzucht, die Geldwertsrcvolution, der derLohn nicht entsprechend folgte, wirkten auf Lohnherabsetzungen. Armenwesen undstaatliche Lohnregulicrung sollten dem Vagabundenwesen und der Not der Besitzlosensteuern. Rogers nimmt an, der Reallohn sei 1500—1650 auf ein Viertel des einstigengefallen; ich berechne, er habe durchschnittlich auf etwa 30 Kilogramm Weizen gestanden.Nach der Berechnung von Wiebe über den Geldlohn und Kulischer über den Reallohnwar das Verhältnis unter sofortiger Hinzufügung einiger deutscher Parallelen so:
Englische LöhneGeldlohn Reallohn
Elsässer LöhneGeldlohn Rcallohn
1451-15001551-15701571—16021603—16521653—1702
100 100
98 60
120 51
146 40
206 54
100 100
88 55
103 63
121 40
108 45
Münstersche Löhne
Geldlohn Reallohn
1447-15001501-15201521—15501551—1560
100 100
89 80
91 , ,37
96 73