Teil eines Werkes 
2 (1904) Verkehr, Handel und Geldwesen : Wert und Preis ; Kapital und Arbeit ; Einkommen, Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik ; Historische Gesamtentwickelung
Entstehung
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442 Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlanscs u, der Einkommensverteilung. ^90g

noch, daß I. G. Hoffmann, Krug und andere aus den ersten 40 Jahren des Jahr-hunderts noch zahlreiche Beispiele von Bauernhufen anführen, für die kaum irgend einAbnehmer zu finden war, daß die preußischen Domänen 18201833 nach der Ansichtder ersten Sachverständigen gerade nur das Gebäudekapital mit 5°/o verzinsten. Diemecklenburgischen Hufenpreise Verhalten sich in ihrem Steigen von 17701879 anfolgendermaßen:

Lehnhuse Allodialhufe Die Domäncnpachtpreise pro Hufe waren :

17701779 100 100

18001309 361 331

18101319 210 215

18401849 461 657

18701878 677 775

18431345 4393 Mk.

1850 1855 5275

18601865 8529

18731879 7179

Einige Domänenpachtzahlen nach Conrad seien noch angeführt pro Hektar in

Mark nach Regierungsbezirken:

Gumbinnen Danzig Stettin

1819185018701890

9,98,5218,3120,65

10,8831,9230,15

9,7114,8325,6028,21

Einige Domänen Niederschlesiens gebenStralsuud j ihrer Pacht folgende Verhältniszahlen:

1819 7,62 1840 100

1850 13,62 1850 125 134

1870 31,88 1875 187373

1390 28,22 1900 169316

Im Jahre 1902 erzielten 25 preußische Domänen pro Hektar 36,50 Mk., in derVorperiode 46 Mk. Die große Periode der steigenden Kauf- und Pachtpreise von18401875 enthält gewiß manche Monopolrentenbildung, aber auch das Resultat einerviel höheren Bewirtschaftungsweise und Kapitalinvestation, der Wegeausbildung, Separa-tion und Ablösung u. s. w.; sie wird weniger Monopolrentenbildung gewesen sein alsdie Steigerung 17801306. Ein Teil des 18401875 erzielten Monopolwertes ging18751900 wieder verloren, wie es denn überhaupt charakteristisch für das Jahr-hundert ist, daß aus die eine Blütezeit 18401875 die zwei großen langen Krisen18061840 und 18751900 kommen, in welchen Grundrente und Kaufpreise fielen,zahlreiche Bankerotte die Landwirtschaft heimsuchten.

Kann das Bild der Grundrentenbildung Frankreichs und Deutschlands von18001900 als typisch gelten für Länder älterer Kultur, so sehen wir ein wesentlichabweichendes Bild in dem England von 1770 1846 und in den Kolonialgebieten, indenen europäische Bevölkerung und Technik eine rasche Kolonisation im 19. Jahrhunderterzeugten. England hatte lange Epochen niedriger, unveränderter Weizenpreise. Rogerssührt sür 12601520 einen Durchschnittspreis pro Quarter Weizen von 5 ^/s Schillingan. Und im 17. Jahrhundert war derselbe 38 Schilling, 17011766 32 Schillinggewesen; von einer großen Monopolrentenbildung war in diesen Zeiten keine Rede, dieGetreideexportprämien von 1689 an erleichterten den überführten englischen Getreide-markt. Nun aber kam von 1770 an der große industrielle Aufschwung, der Kampfmit Frankreich , die Absperrung der ausländischen Zufuhr; die innere Landwirtschaftkonnte dem Bedarf entfernt nicht folgen; der Weizenpreis stieg (18041812) bis auf88 Schilling und mehr; nach dem Krieg hielten die Schutzzölle die Preise bis 1846auf 5666 Schilling. In dieser ganzen Epoche von 17701846 fand eine enormeMonopolrentenbildung statt, eine Ausdehnung des Ackerbaues auf ganz schlechte Böden.Aus dieser Zeit stammt die Theorie Ricardos, die Anklage gegen das Monopol derGrundrente. Es waren außerordentliche Umstände, Krieg, eine durch Klasseninteressenbeherrschte Handelspolitik, einseitige Jndustrieentwickelung, welche ein Steigen der Pachtper Acre von 10 auf 50, ja vereinzelt 70 Schilling (1790 1815), auf wenigstens noch2540 Schilling in der Folgezeit schufen (Porter). Zuverlässige Schätzungen gaben dieRente der landwirtschaftlich benutzten Grundstücke Englands 1798 auf 6,5, 1860 auf 42,9,