Teil eines Werkes 
2 (1904) Verkehr, Handel und Geldwesen : Wert und Preis ; Kapital und Arbeit ; Einkommen, Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik ; Historische Gesamtentwickelung
Entstehung
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Die Resultate der Grundrenteiumtersuchmig.

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Güterzusammenlegung und Ähnliches steigen, ist es nicht die Arbeit des Eigentümers,sondern die der organisierten Gesellschaft, welche das schafft. Dafür trägt aber meistder Grundbesitz auch höhere Lasten als anderer Besitz, Steuern, Einquartierung, Kriegs-kontribution. Alle Versuche, die ganze Monopolrente als solche sür den Staat ein-zuziehen, würden die Sicherheit des privaten Eigentums zu sehr bedrohen und würdenvoraussetzen, daß in den Zeiten der sinkenden Grundrente die Eigentümer aus Staats-kosten entschädigt würden, was ganz unmöglich wäre und viel zu teuer würde. Inallen Ländern älterer Kultur ist der erheblichere Teil des Bodenwertes ein seit Gene-rationen, teilweise seit Jahrhunderten feststehender. Die neuen ErWerber, die einGrundstück oder Gut entsprechend der gestiegenen oder gefallenen Gesamtrcnte gekauft,haben keinen besonderen Gewinn oder Verlust; sie erhalten die mäßige landesüblicheVerzinsung, die häufig bis auf 23°/o herabgeht, da die Anlage eine besonders sichereund begehrte ist. Millionen von kleinen Besitzern haben in ihrem Grundeigentum nureine gesicherte Arbeits- und Ernährungsgelegenheit, sie haben im Reiz des eigenen Be-sitzes das stärkste Motiv zu großem Fleiße. Im ganzen heutigen Europa ist eine starkeSenkung der Gesamtrente vorhanden. Von einem drückenden Bodenmonopol, das einenimmer größeren Teil alles Einkommens an sich ziehe, kann in Frankreich und Deutsch-land heute kein Vernünftiger reden. In Großbritannien dürfte die landwirtschaftlicheGesamtrente heute 5°/«, im Königreich Sachsen 78°/o, in Württemberg 20°/o, inFrankreich 40°/o des Gesamteinkommens nicht überschreiten.

Daß Länder alter Kultur mit dichter Bevölkerung in ihrem hohen Bodenwert eineErschwerung ihrer wirtschaftlichen Existenz gegenüber jungen mit viel tieferem haben, istrichtig. Aber dieses Grundverhältnis würde durch Verstaatlichung des Bodens nichtgeändert; es ist der natürliche Ausdruck für die Relation des Bodens zur Bevölkerung.Solche Länder können das ist die unabänderliche Folge natürlicher Ursachennur noch dadurch voran kommen, daß sie durch größere Anstrengung, bessere Technik,vollkommenere sociale Einrichtungen ersetzen, was junge Länder mit wenig Menschen anleichterer Ernährungsmöglichkeit voraus haben.

234. Die städtische Bodenrente und die durch Extragewinne be-einflußte Kapitalrente. Die städtische Boden- und Häuserrente hat natürlicheinen ähnlichen Charakter wie die ländliche Grundrente; ihre Ursachen sind im Grundedieselben; auch sie setzt sich aus Ersatz- und Monopolrente zusammen; deren Verhältniszu einander bildet auch hier den Gegenstand des Streites. Aber die Erscheinungen sindquantitativ andere, die Nachfrage wächst zeitweise aufs hundertfache gegenüber dem ganzbeschränkten Angebot; aber auch die auf den Boden verwendeten Kapitale und Arbeits-mengen sind viel größer. Die Schwankungen der Konjunktur sind so viel stärker undwechselvoller, die Spekulationsmöglichkeiten und Gewinne so viel höher, daß immerhinwesentlich andere Ergebnisse sich uns hier darbieten als bei der ländlichen Grundrente.

Wir sahen vorhin, daß Marschhofland in Oldenburg 1,23 Mk. pro Quadrat-meter (12 805 Mk. pro Hektar) wert ist, während in Paris im 13. Jahrhundert derQuadratmeter 67 Cts. (der Hektar 625712 Francs) kostete, im 14. und 15. Jahr-hundert auf 2 3 Cts. sank, im 16. Jahrhundert aus 57 Cts., vereinzelt bis zu2,75 Francs stand. Das sind Preise, welche die übrigen ländlichen Bodenpreise inOldenburg um das 410 fache, in Frankreich um das 3 fache im 13., um das 200 facheim 16. Jahrhundert übertreffen. Und wie sind sie seitdem gestiegen. Jedes gewöhnlicheAckerland (von 3002000 Mk. Kaufpreis pro Hektar) steigt heute, als Weinland be-nützt, auf das 24 fache, als Gartenland ebenso viel oder noch mehr, als Bauland sürDorf- und Landhäuser, sowie für gewerbliche und ländliche Gebäude meist auf das510 fache, als Bauland für städtische mehrstöckige Wohngebäude auf das 1040 fache,sür große Geschäftshäuser im Centrum der Städte auf das 40 200 und mehrfache.In Berlin war ein Quadratmeter im 17. und 18. Jahrhundert noch zu 24 heutigePfennige, im Centrum am Hausvogteiplatz zu 2040 Psg. zu haben; an letzteremstand der Quadratmeter 1800 noch auf 2 4 Mk., 1865 auf 72 430 Mk.,1895 durchschnittlich auf 1290 Mk., der Bodenwert stieg da 17901895 von 1:280.