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Die Haussebewegung, die eigentliche Krise.
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möglich ist, will die Preise weiter treiben; die Verbraucher von Kohle, Eisen undMaschinen fürchten, im folgenden Jahre vielleicht nicht genug zu bekommen; sie schließenlange Lieferungsverträge zu jedem Preise. In diesem dritten Stadium der Hausse wäreNüchternheit und Kaltblütigkeit am erwünschtesten; sie fehlt meistens.
Man kommt so in das vierte, letzte Stadium der Hausse; die Bedingungen desAufschwungs sind verschwunden, haben sich in ihr Gegenteil verkehrt. Aber alle Pro-duzenten und Händler haben ein Interesse, die Preise zu halten, zumal die Neugründungender letzten Jahre. Sie stecken noch in den Schwierigkeiten des Anfangs, haben teuer,oft auch verschwenderisch gebaut, sie können ohne hohe Preise sür die abzusetzendenWaren nicht gedeihen. Alle an der Haussebewegung Interessierten suchen die Bewegungum jeden Preis in der bestehenden Richtung zu erhalten, um ihre Gewinne zu reali-sieren. Man verteilt, wenn immer noch neue Unternehmungen gegründet werden, dieKapitaleinzahlungstermine über immer weitere Zeiträume; der Kredit wird immerstärker angespannt; die Barvorräte der Banken schwinden dahin, die Notencirkulationsteigt in der Regel, ihr Wechselportefeuille füllt sich übermäßig, lauter Zeichen, daß siezu viel Kredit gegeben. So sank z. B. der Barschatz der Bank von England 1824—1825von 13,5 auf 1,2 Mill. K, während ihre Noten zugleich von 17 auf 26 Mill. stiegen,ihre Wechsel von 2 Mill. im Jahre 1821 auf 12 im Februar 1826 gestiegen waren.Statt bloßerGeschäftswechfel kommen Gefälligkeits- und Reitwechsel in Cirkulation, die unterdem Schein gemachter Geschäfte kühnhalsigen Spekulanten einen gewagten Kredit ver-längern. Die in Zeitgeschäften ä la Hausse Spekulierenden lassen sich im sogenanntenReportgeschäft von Monat zu Monat einen Kredit geben, den sie immer teurer bezahlenmüssen; die immer höheren Zinssätze (Reportsätze, Reportwucher) hiefür deuten auf dieÜberspannung des Kredites und der Spekulation klar hin.
o. Die Einsichtigen haben längst erkannt, daß es nicht so fort gehen könne,daß die leichtsinnigen, teilweise betrügerischen Neugründungen sich nicht werden haltenkönnen. Die Kreditbanken haben große Bestände neuer Aktien, Obligationen, fremderAnleihepapiere, die sie nicht mehr los werden; die Lagerhäuser sind mit Waren über-füllt; statt auf Bestellung wird auf Konsignation gearbeitet. Die Kurse und Preisewollen längst nicht mehr steigen, werden nur durch künstliche Manipulationen gehalten.Jetzt genügt der Bankerott einer Bank, einiger großer Jndustriehäuser und das Karten-haus bricht zusammen, die Preise und Kurse fallen rafch, die umlaufenden Wechselwerden nicht eingelöst, kommen zurück, müssen von früheren Indossanten oder dem Aus-steller bezahlt werden. Die Banken kommen in Verlegenheit, müssen, wenn sie es nichtvorher thaten, plötzlich ihren Diskont von 3 und 4°/o auf 7, 10 und 12 °/o erhöhen.Die Zahlungsunfähigkeit selbst solider Häuser tritt ein, rasch werden die Konkurse vonDutzenden, oft von Hunderten von Firmen angemeldet. Die eigentliche Krise ist da.Der Unternehmungsgeist bleibt nun um so länger gelähmt, je größer die Entwertungund der Schrecken war. Die Geschäftswelt kann sich meist selbst unter schmerzlichenOpfern nicht sofort auf den reduzierten Bedarf einrichten. Oft dauert es Monate, oftJahre, bis sich einigermaßen das Gleichgewicht zwischen der gesunkenen Nachfrage undder langsam sich einschränkenden Produktion wiederherstellt. Die Leiden konzentrierensich natürlich auf die Zweige der Volkswirtschaft, die vorher übermäßig sich ausgedehnthaben. Aber das allgemeine Mißtrauen erstreckt sich viel weiter, kann aus sast alleZweige der wirtschaftlichen Thätigkeit sich ausdehnen, allerdings auch jetzt wieder inimmer schwächeren abnehmenden Wellenbewegungen.
Kommt es nicht zu einer kritischen Katastrophe, zu einer ausgesprochenen Krisismit zahlreichen plötzlich angemeldeten Konkursen und fast gänzlichem Versagen desKredites, oder hat Staats- und Bankhülfe das schlimmste Schicksal wenigstens von dengrößten und einflußreichsten Häusern abgewandt, so ist das Bild ein etwas anderes.Aber doch nur in dem Sinne, daß die notwendige Liquidation, das Sinken der Preise,die Einschränkung der Unternehmungslust mehr in langsamer, chronischer Weise eintritt.Das ist ein Fortschritt, wenn auch manche zweifelhafte Geschäfte sich dann noch einigeJahre hinschleppen; so haben z. B. die englischen Konkurse, welche 1871 — 1875 auf