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Tie italienische städtische Handelspolitik, die vcnetianischc.
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gelingt Genua , die große handelspolitische Schöpfung Venedigs, das lateinische Kaisertum(1204—1261 bestehend) zu stürzen (1261), das Schwarze Meer für sich zu monopoli-sieren; es droht Venedig durch seine Festsetzung in Chioggia lahm zu legen: da stürztder Handelskrieg mit Venedig 1378—1381, die Vernichtung seiner Flotte, der VerlustChioggias Genua von seiner Höhe. Der venetianische Handel bleibt jetzt als Sieger aufdem Platze, bis er von Ende des 15. Jahrhunderts an durch das Vordringen derTürken, durch die neuen Seewege nach Ostindien, durch das Emporkommen der West-mächtc langsam zurückgedrängt wird.
Wo die Länder, mit denen die italienischen Handelsstädte im Mittelmeer Verkehrhatten, schwach genug waren, richteten diese ihre direkte politisch-militärische Herrschastauf; die Venetianer unterwarfen sich ganz Dalmatien , später errichteten sie das so-genannte lateinische Kaisertum, in dem sie hauptsächlich herrschten; in den Kreuzfahrer-staaten ließen sie sich ein Drittel der Städte und Landschaften anWeifen. Wo das inder Levante nicht ging, gründeten die Italiener in den fremden Städten wenigstens ihreexterritorialen Handelsauartiere, die sie befestigten, die nur ihrer Gerichtsbarkeit unter-standen. Die ganzen Kreuzzüge waren für alle diefe italienischen Handelsstädte wesent-lich ein Mittel des Fracht- und Handelsgewinnes und noch mehr ein Mittel der Er-werbung von Macht, Einfluß, Festsetzung und Privilegien.
Alle diese Tendenzen steigerten aber auch die handelspolitischen Rivalitäten deritalienischen Städte unter sich. Wie der oben angedeutete Aufschwung der einzelnen Haupt-handelsstädte sich an ihre Kriege und Seeschlachten gegen Dritte und untereinander an-knüpfte, so haben sie auch im kleinen sich stets bekämpft, nicht bloß durch Preisherab-setzung und bessere Warenlieserung, sondern ebenso sehr durch List, Seeraub und anderesolche Mittel. Zumal Pisa und Genua haben lange den Seeraub begünstigt, wenn ernur der eigenen Schiffe schonte. Wo die Italiener in derselben Stadt Quartiere undFaktoreien nebeneinander hatten, wie vor allem in Byzanz, war es stets fraglich, obdie Italiener zusammen bei der heimischen Bevölkerung verhaßter seien als die Italienerunter sich. Immer wieder bedrohte ein Quartier das andere, griff es an, äscherte esein. In Byzanz suchte der Kaiser selbst, um ihren wucherischen Handelsfreunden etwasam Zeuge zu flicken, häufig das eine Quartier heimlich gegen das andere aufzuhetzen;1162 überfallen 1000 Pisaner das Quartier der 300 Genuesen; 1255—1258 wurdeganz Syrien durch den offenen Krieg der Genuefen und Venetianer verwüstet. Zuletztwich man sich aus; wie die Venetianer den Genuesen das Schwarze Meer überließen,so dominierten die Venetianer dann allein in Ägypten, Griechenland und auf vielen Inseln.
Wo man sich im Orient gegenseitig dulden mußte, kämpfte man um niedrigereZölle als andere Fremde und als die Einheimischen und um ein besseres Fremdenrecht.Als Dank für kriegerische Hülfe gegen die Normannen erhielten die Venetianer 1082im ganzen byzantinischen Reich Zollfreiheit und freien Verkehr; andere Städte undStationen zahlten 2, 4, 10, 12°/» des Wertes als Zoll; nicht verkaufte Waren durftendie Venetianer wieder abführen, andere nicht. Die in Alexandrien von Venetianerngekauften Waren wurden nach einer Taxe bezahlt, die eine Kommission machte; sie warhalb vom venetianischen Konsul, halb von der muselmännischen Zollbehörde ernannt.
Das Ziel der italienischen Handelsstädte, vor allem Venedigs, ging dahin, dieorientalischen Waren erst in Byzanz, später im Schwarzen Meere und in Syrien , zu-letzt in Ägypten selbst zu holen, sie möglichst allein auf den einheimischen Markt zubringen, andere, besonders deutsche Kaufleute, nicht in den Orient kommen zu lassen.Venedig sollte der Brennpunkt des Welthandels werden, wo der Osten und Westen,aber durch die venetianische Zwischenhand, sich trifft. Venedig wurde, soweit es ging,zum Zwangsstapel- und Umschlageplatz des damaligen Welthandels gemacht; torsusösrioi» pnssillt aliquain Nercautisuill. I^svantis oonclnevis Vsnetias (Schulte); es WurdeVom 10.—16. Jahrhundert, was Byzanz vom 6.—9. gewesen war. Die venetianischengroßen Handelsschiffe waren staatlich; die Räume wurden an die Venetianer versteigert;kein Nichtbürger durfte auf ihnen verfrachten. Mit den aufstrebenden oberdeutschenStädten hatte Venedig das Abkommen getroffen, daß kein Venetianer Waren nach