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zuschließen, er verschloß beim Kriegsausbruch den Schiffen beider Nationen die spanischenHäsen. Da verabredeten England und Holland, Westindien für sich zu erobern, Spanien nicht in französische Hände fallen zu lassen. Dieses Ziel wurde nicht erreicht, einBourbon bestieg den spanischen Thron, aber die Engländer setzten durch, daß der 1701von Spanien Frankreich eingeräumte ungeheuer lukrative Assientovertrag, d. h. dasRecht, Neger in Afrika zu fangen und nach Westindien zu verkaufen, auf sie übertragen,und daß ihnen große Handelsvorteile in Spanien eingeräumt wurden, während sie zugleicher Zeit einen heimlichen Bertrag mit Spanien abschloßen, den Niederlanden dieselbenVorteile nicht einzuräumen. Auch der während des Krieges von England mit Portugal abgeschlossene Handelsvertrag (1703), der die portugiesischen Schutzzölle gegen englischeWeinzollvergünstigungen aufhob und die portugiesische Industrie zum Vorteil Englands vernichtete, kam nur England, nicht seinem Verbündeten, Holland, zu gute; England ließ sich ausdrücklich gegen die Niederlande gerichtete Begünstigungen versprechen.
So ist von 1651—1713 und ähnlich von da bis 1815 die englische Schiffahrts-gesetzgebung und Kolonialpolitik nur zu verstehen als ein Teil der Eroberungs- undkriegerischen Kampfpolitik, welche die Konkurrenten niederschlagen wollte. Eine solchewar nur möglich mit einer großen Kriegs- und einer noch größern Handelsflotte. Densogenannten Schmugglerkrieg von 1739—1748 mit Frankreich und Spanien , der wegen desVersuchs entstand, den englischen Schmuggel in Westindien einzuschränken, hat Walpolehindern wollen; der Krieg wurde durch die Kaufleute, die öffentliche Meinung, dieDichter, wie Johnson, erzwungen; er brachte England sür 40 Mill. Mk. sranzösischeund spanische Prisen; sogar an neutralen holländischen Schiffen nahmen die Engländersür 18 Mill- fl. weg. Der 7 jährige Krieg brachte England wieder ähnliche Kapergewinne,und, da Frankreich durch Preußen lahm gelegt war, den Erwerb der französischen KolonienCanada, Neuschottland, das Ohio- und Mississippigebiet und die Zurückdrängung Frank-reichs in Ostindien. Der Unabhängigkeitskrieg der Vereinigten Staaten war die Folgedes überspannten Kolonialsystems; England ging finanziell gelähmt aus ihm hervor;aber auch Frankreich verblutete sich sast daran. Der jüngere Pitt wußte bald die Finanzenwieder zu ordnen, und England behielt doch den Haupthandel nach den Vereinigten Staaten .Die Revolutionskriege 1793—1813 gaben England vollends Gelegenheit, die holländischenund französischen Kolonien zu besetzen und einen erheblichen Teil, wie Kapland zu be-halten, sowie die Kriegs- und Handelsflotten aller andern Nationen zu zerstören.
Busch sagt 1790: in den letzten 144 Jahren hat England 66 in blutigen Kriegenzugebracht, um allen fremden Handel zu vernichten; Seely rechnet, von 1688—1815habe England allein mit Frankreich 64 Kriegsjahre gehabt. Kant sagt: England istder gewaltsamste, herrschsüchtigste, kriegserregendste Staat. Die meisten seiner heute sowertvollen Kolonien hat es andern europäischen Staaten mit Gewalt abgenommen.Ein erheblicher Teil seines im 18. Jahrhundert erworbenen Reichtums stammt ausseinem blutigen Negerhandel, aus der barbarischen Unterwerfung Indiens, aus denSklavenplantagen in Westindien (Jamaica ) und dem Kapersystem. Das Privateigentumder Feinde zur See nicht zu achten, war allgemein Sitte; keine Nation aber hatwährend ihrer Kriege so sehr private Seeräuber (Kaper) mit der staatlichen Erlaubnisausgestattet, befreundete und neutrale Handelsfchiffe (unter dem Angeben, sie führtenKriegsmaterial) aufzubringen. Hunderte und Tausende von Schiffen fielen so in englischeHände; Macpherson verzeichnet den Wert von vielen einzelnen zu 15 000—300 000Daher waren die Kriegszeiten (1689—1713, 1756—1763, 1793—1815) zugleich dieEpochen der stärksten Reichtumssteigerung, wie sie die der stärksten Zunahme der Marineund des Handels waren. Die Partei der Whigs, welche die städtischen Geldmänner,Fabrikanten, Reeder u. s. w. einschloß, ist die Partei, die immer sür die Kriege war,weil sie dabei große Reichtümer sammelte; wir werden sehen, daß sie auch die sanatischenSchutzzöllner und Sperrpolitiker waren, während die konservativen Tories Handels-verträge und freien Verkehr verteidigten. Die staatliche Flotte zählte 1547 12 455,1603 17 110, 1660 57 463, 1702 159 017, 1760 321 104 Tonnen, die englische Handels-marine verdoppelte sich 1651—1670, 1704 zählte sie 261 222 Tonnen (3281 Schiffe),