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beziffern würden, denn der Silberpreis ist ja immer noch ein so niedriger, wieer im Juni gewesen ist, daß man, sage ich, diese Verluste auf die Reichskasseübernehmen mühte, wenn dies alles mit Einstimmigkeit oder mit überwiegenderMajorität von der Legislative angenommen werden sollte und iu einem Beschlußausgesprochen würde, so würde dem nicht der anders lautende Beschluß der Ne-gierungen lediglich entgegengestellt werden, sondern er würde mit der ihm zu-kommenden Aufmerksamkeit geprüft und danach von neuem Stellung zn derFrage von den verbündeten Regierungen genommen werden.
Ich glaube damit die ausfühäichere Erläuterung der Bemerkungen, diehier im Etat bei Tit. 3, Einnahmen, und zugleich zu Tit . 8, Ausgaben, ge-macht ist, bis auf weiteres genügend gegeben zu haben.
Abgeordneter vr. Bamberger: Ich bin dem Herrn Schatzsekretär auf-richtig dankbar dafür, daß er die Güte gehabt hat, sich des näheren auf eineErklärung und Auseinandersetzung über die hier angeregte Frage einzulassen, undich erkenne an, daß er so weit Antwort gegeben hat, als dies ohne die Formu-lirung näherer Fragen möglich war. Ich will nur gleich, um in demselbenTone fortzufahren, in dem dieser Bescheid mir geworden ist, noch ein Worthinzusetzen über eine Aeußerung, welche der Herr Schatzsekretär in der vorigenSitzung bei der Generaldebatte gemacht hat und auf welche ich zu antworten mirdamals vorbehalten habe.
Ich hatte in meiner Auseinandersetzung gesagt, die Erklärung, welche dieverbündeten Regierungen im Etat und auch in der Münzdenkschrift für dieSistirung der Silberverkäufe und der Thalereinziehung gegeben hätten, bewieseüberhaupt, daß es angezeigt sei, dem Reichstage und dem Lande gegenüber hieraus dem absoluten Stillschweigen herauszutreten, und ich habe, davon ausgehend,hinzugefügt, es beweise das für mich, daß auch jene Interpellation im MonatJuni des vorigen Jahres nicht so übel angebracht nnd überflüssig gewesen seinkonnte, wie es damals den Schein gehabt hätte nach der Antwort, die der HerrReichskanzler ertheilte.
Ich habe nicht behauptet, wie der Herr Schatzsekretär in seiner Antwortvor wenigen Tagen bemerkte, daß die jetzige Erklärung im Etat die Folgejener unserer Interpellation gewesen wäre. Das wollte ich durchaus nicht sagen.Ich wollte nur behaupten, daß, wenn jetzt eine Erklärung nothwendig war zurFortsetzung der damals ergriffenen Maßregel, so scheint sie mir wenigstensebenso nöthig gewesen zu sein zur Zeit, als man jene Maßregel zum ersten malergriff, denn jetzt ist es eigentlich eine selbstständig auftretende, vielleicht auchnicht näher zu erläuternde Maßregel, die ergriffen wird, während im Juni v. I.eine in der Etatsberathnng zum Gesetz gewordene Maßregel, die der Regierungdie Mittel an die Hand gab, in der Münzrcform fortzufahreu, thatsächlich imWiderspruch mit dem Etatsgesetz außer Kraft gesetzt wurde uud meiner Ansichtnach damals schon eine Erklärung nöthig gemacht hätte.
Der Herr Schatzsekretär hat nun geglaubt, mich in Widerspruch setzen zusollen zu dem, was ich im vorigen Jahre, d. h. im Juni Z879 über dieStellung eines Abgeordneten dieses Hauses überhaupt zur Durchsührung derMünzreform als meine Ansicht aufgestellt habe. Mit meiner Aeußerung verhältes sich ganz thatsächlich und unbezwcifelbar so, wie aus der Vorlesung der be-treffenden Stellen des stenographischen Berichtes hervorgeht; ich habe gesagt, daßdie Frage, ob zur gegebenen Zeit die Regierung gut thue, die Thaler einzuziehenund das Silber zu verkaufen, keine Frage der Legislative sei, und es sogar nichtklug wäre, sich mit einer öffentlichen Debatte im gegebenen Moment hineinzu-mischen, weil man dadurch die Operationen der Regierung durchkreuzen könnte.