anlassen sollte, von diesen bewährten Grundsätzen jetzt an, Schlüsse meiner amt-lichen Thätigkeit abzugehen. Aber, meine Herren, ich srage Sie, liegt denndarin etwas Unsolides, das; die Bank gegenwärtig in ihrem Portefeuille einenicht ganz unbeträchtliche Masse von Wechseln allerersten Ranges hat?
Die Bankreserve beträgt noch in diesem Augenblick über 200 Millionen,d, h, die Bank kann ihre Anlagen um diesen vollen Betrag ausdehnen, wennes nöthig wird, ohne in die Steuer zu fallen. Ihre Noten sind noch heute mit^1 Prozent durch Metall gedeckt, allerdings zum Theil durch Silber; ihre Fondssind jetzt wie früher nur in Wechseln und in solchen Lombarddarlehen, die inlängstens drei Monat verfallen, angelegt; Effekten besitzt die Bank anch heutenoch nicht, so verführerisch es in der letzten Zeit auch gewesen ist, wo es ananderen Anlagen fehlte, Effekten zu kaufen. Wir haben es nicht gethan, weilwir es für unsere erste Pflicht halten, die Fonds der Bank für alle Zeiten,namentlich für Zeiten der Noth, flüssig zu halten.
Nun, meine Herren, ich meine, daß hiernach von einer weniger solidenVerwaltung nicht füglich die Rede sein kann. Allerdings sind aber die An-sichten darüber getheilt, ob es weise ist, daß wir nicht wie früher an dem vonuns publizirten Diskontsatze unbedingt festhalten, sondern einen Unterschiedmachen zwischen allerersten Papieren, wofür der Preis am Markte niemals derBankdiskont gewesen ist, und zwischen Wechseln, wie sie aus den Geschäften dermittleren und kleinen Leute hervorgehen. Meine Herren, über diese Fragewerden Sie, wie ich glaube, nicht entscheiden wollen, anch nicht entscheidentonnen; sind doch selbst unter den Männern von Fach die Ansichten hierübergetheilt. Widersprochen wird der Neuerung namentlich von Seiten derjenigenBankiers, welche bei dem Ankaus jener Wechsel jetzt mit der Reichsbank kon-turrircn müssen, während sie früher als Käufer für eigene und fremde Rech-nung, besonders aber für ausländische Banken allein am Markt waren. Vonanderer Seite, namentlich in den Kreisen, welche der Reichsbank nahe stehen,habe ich aber nur Eine Stimme gehört, daß wir Recht daran gethan haben,das alte Prinzip zu durchbrechen, weil dies der einzige Weg war, um in denBesitz erster Wechsel zn kommen. Daß Herr Oi-. Bambcrger diese Ansicht nichttheilt, beklagt Niemand mehr, wie ich, der ich auf sein Urtheil großen Werthlege und ihn zu den ersten Autoritäten auf diesem Gebiete stets gezählt habe.Aber er kann nicht verlangen, daß wir seinen Ansichten mehr Werth beimessen,als unserer eigenen Ueberzeugung und dem Urtheile der gewiegtesten FachleuteWenn er die Güte haben wollte, die Sache noch einmal unbefangen zu prüfen,so wird er wenigstens zugeben müssen, daß die Sache so zweifellos nicht ist,wie er bisher angenommen hat, und daß die Bankverwaltuug sich keineswegshauptsächlich durch den Wunsch habe leiten lassen, den Gewinn der Bank zuvermehren. Darin stimme ich mit ihm übrigens unbedingt überein, daß eS un-gehörig sein würde, wenn die Bank die fraglichen Wechsel aufsuchen wollte, stattsie an sich herankommen zu lassen. Meines Wissens ist das aber auch uur voneiner einzigen Bankanstalt geschehen und hier sofort Remedur eingetreten MeineHerren, ich glaube unter diesen Umständen wird Herr vr. Bamberger vielleichtselbst seine Bedenken, wenn anch nicht zurücknehmen, so doch modifiziren undanerkenne», daß die Reichsbank heute noch ebenso solid verfährt, wie früher.Mit diesem Wunsche will ich vorläufig meine Bemerknngen schließen. (Beifallrechts.)
Abgeordneter vi'. Bamberger: Meine Herren, ich bin sehr weit davonentfernt, eine Autorität iu dieser Sache in Anspruch zu nehmen, welche gegen-über der Autorität deS Herrn Bankpräsidcuten, den Sie soeben gehört haben.