U ie täglich steigende Bedeutung der amerikanischen Weizen-Produktion nimmt immer mehr die Aufmerksamkeit der Land-wirthe aller Länder in Anspruch. Die blofse Möglichkeit derUeberführung der europäischen Märkte durch amerikanischenWeizen erregt die düsterste Besorgniss des Einen und die freu-digste Hoffnung des Andern. Noch steht mau unklar vor derneuen und gewaltigen Erscheinung. In England scheint sie zueiner tief eingreifenden wirthschaftlichen und politischen Um-wälzung führen zu wollen. Die von dort in die Presse dringen-den Angstrufe bedeuten nichts Anderes, als dass man selbst inden urtlieilsfähigsten Kreisen den amerikanischen Weizen fürmächtig genug hält, die Grundlage der englischen Rechtsan-schauung und Rechtsbildung, das Grundeigenthum, in seinem bis-herigen Uebergewichte zu untergraben und in Folge dessen nichtden Farmer, wohl aber den bisherigen Grundherrn aus der Reihe |der berechtigten Existenzen zu streichen. Für uns Deutsche , Jderen Rechtsleben einen mächtigen Fortschritt über das feudaleenglische Privatrecht hinausbezeichnet, tritt die Frage freilich ^ •nicht in dieser drohenden Gestalt auf, da der Roggen für unsere n'Ernährung den Hauptfactor bildet und in erster Linie auch den ![Bezug unseres Bedarfs aus dem Auslande bestimmt. Gute Roggen-ernten haben bei uns sogar stets noch die Weizenausfuhr gefördert.
Bei dem grofsen Reichthum des amerikanischen Bodens und seinerErzeugnisse ist übrigens die Roggeneinfuhr von dort nicht aus-geschlossen, falls Deutschland von unzulänglichen oder gar Mifs-ernten heimgesucht werden sollte. Auch der Mais, das wichtigste,
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