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Bismarck posthumus / von Ludwig Bamberger
Entstehung
Seite
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Porschein, als cs sich um das Anschlußgcsetz handelte. Er stelltesich auf Bismarcks Seite, gewiß nicht um dieser Neminiszenzallein willen; aber wer kann sagen, welches Gewicht das Reise-täschchen in seine Gesammtausfassung geworfen hatte! Sostimmte er gegen mich nnd für Bismarck; von ihm bestimmtnoch mancher Andere, und vielleicht hat das Säckchen die Ent-scheidung gegeben. Bismarck hat's ihm, beiläufig gesagt, nichtgedankt, er hat nur verächtlich über ihn mit seinen Getreuengesprochen, wie über die Meisten.

Den krassesten Effekt ans diejenigen, welche in Bismarcknicht nnr den eminenten Politiker bewundern, sondern ihn alseinen makellosen Heiligen anbeten, müßten Buschs Enthüllungenüber sein inneres Verhalten zu Kaiser Wilhelm I. hervorbringen,wenn Anbetung überhaupt mit Urtheil etwas zu thun hätte.Wer den Kanzler immerhin noch als einen Menschen ansah,und einigermaßen ans der Nähe, konnte allerdings über dieAufrichtigkeit seiner Schwärmerei für die Monarchie und fürden bestimmten Monarchen nie im Zweifel sein. Ueberraschendin Buschs Enthüllungen ist nur der Eifer, mit dem die Wirk-lichkeit des Sachverhalts bescheinigt wird, nicht nur unter derFeder des dienstwilligen Berichterstatters, sondern auch ohneZweifel unter treuer Wiedergabe des allereigensten Wortlautes.Obgleich die ganzen drei Bände von solchen Reden wimmeln,unter denen auch Bismarcks Urtheil über die drei Könige, dieer in ihrerNacktheit" vor sich gesehen, sigurirt, ist doch die amEnde des zweiten Bandes geschilderte Episode ein 5!on plusulti'll'von Nudität, so charakteristisch für das Original und denDarsteller, daß man sie nicht stillschweigend übergehen kann.

Auf Seite 446 u. ff. des zweiten Bandes erzählt Busch aus-führlich, wie ein gewisser Artikel zu Stande kam, der ursprüng-lich, wie schon oft, für den in London erscheinendenO-ril)'l'sleßMpIr" bestimmt war, mit der Berechnung, daß er von dain deutsche Blätter übergehen solle. Bucher kam zu Busch indessen Privatwohnnng, um ihm den Artikel zu diktiren. Eshandelte sich wieder einmal um eine der zahlreichenKrisen",zu dereu Lösung die Drohung mit einein Entlassungsgesuch desKanzlers inszenirt werden mußte, um deu Kaiser zum Nachgeben