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Bismarck posthumus / von Ludwig Bamberger
Entstehung
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Volution. Er ist mein Freund und loyaler Diener und kommtzu Eurer Majestät mit dem frischen und lebhasteu Ausdruckmeiner Grundsätze, meiner Handlungsweise uud meines Willensund, ich will hinzufügen, meiner Liebe zu Oesterreich." Am17. Oktober erhielt Busch neues Futter, vor Allein Briefe KaiserWilhelms. Bismarck wünschte sie zunächst nur chronologisch ge-ordnet zu sehen, dabei fragte er ihn: wird es nicht zu viel fürSie werden? Busch antwortete emphatisch verneinend. Danngab er ihm ein Packet mit der Bemerkung, es sei vom altenBodelschwingh-Schwindelbod. Ein drittes Packet enthielt Briefevom Kronprinzen Friedrich Wilhelm uud von der Kronprinzessinaus der Villa Zirio. Bismarck wollte sie wieder in die Lade^.zurücklegen, aber Busch bittet ihn, sie ihm ebenfalls zu geben,worauf Bismarck lächelnd fragt:Aber Büschlein, haben Sienicht schon bereits genug?" Doch dieser:Je mehr, desto besser."Er nimmt Alles mit aus sein Zimmer und, bevor er ordnet,kann er der natürlichen Bersuchuug nicht widerstehen, auch zulesen, z. B. einen längeren Brief der Kronprinzessin aus SanRemo vom 22. November 1887, worin sie dem Kanzler Einzel-heiten über die Krankheit ihres Gemahls und über die Aerztemittheilt. Der Text des Briefes fehlt. Daneben befindet sicheine Mittheilung Bodelschwinghs, an deren Rand Bismarck notirt hatte:Alter Heuchler".

Sehr ausführliche Abschriften nahm Busch auch über denKonflikt des Kronprinzen mit seinem Batcr und Bismarck wegender Preßordonnanzen. Der Fall ist hier ausführlicher behandeltals in BismarcksErinnerungen" selbst; namentlich kommt derKronprinz ausführlicher zum Wort, und nicht zu seinem Schaden.So findet sich ein Brief des Kronprinzen an Bismarck ausStettin , vom 30. Juni 1863, der in denErinnerungen" nurganz kurz, dem Inhalte nach zusammengezogen (Band I, S. 319),erwähnt ist. Busch giebt uns deu vollen Text. Im Eingangesagt der Kronprinz,er bedauere, daß ein Protest, den ercke dato Graudenz, den 8. Juni, Bismarck ersucht habe, demStaatsministerium mitzutheilen, von ihm zurückgehalten wordeusei, da ihm wohl nicht gepaßt hätte, daß derselbe größere Ver-breitung fände. Er könne nicht, wie Bismarck verlange, dem