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Bismarck posthumus / von Ludwig Bamberger
Entstehung
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In dieselbe Kategorie wie diese Brieferntc gehört auch dervollständige Text des Entlassungsgcsuchs vom 18. März 1890.Der Text desselben wurde Busch im Frühjahr 1891 bei seinemAufenthalt in Friedrichsruh anvertraut. Nachdem ihm Bismarck eine Anzahl metallographirter Aktenstücke aus dem Jahre 1885ausgehändigt hatte, welche Busch abschreiben zu wollen zusagte,obwohl Bismarck meinte, das erfordere zu viel Zeit, gab er ihmnoch sein Abschiedsgesuch und die Niederschrift der ihn dazubestimmt habenden Motive.Das können Sie durchlesen". InKlammer sügt Busch hinzu:lind wie ich kühnlich annehme,mit der stillschweigenden Erlaubniß, eine Abschrift davon mitfortzunehmen, gegenwärtig nur zu meiner eigenen Information".Er ging sofort auf seine Stube und begann damit, das Ent-lassungsgesuch abzuschreiben, sowie die Antwort, welche Bismarck auf des Kaisers Annahme der Entlassung geschrieben hatte.Letzteres Aktenstück, wie Busch selbst hinzufügt, war ihm nurdurch eine Verwechselung in die Hand gekommen, Bismarck hatte gemeint, ihm ein den Sohn Herbert betreffendes Schreibenausgeliefert zu habeu. Es ward immerhin mitkopirt. DasEntlassungsgesuch wurde von Busch bekanntlich an denBerlinerLolalanzeiger" überlassen. Es erschien unmittelbar nach Bis-mnrcks letztem Athemzug am Sonntag den 31. Juli 1898 inderselben schwarz geränderten Nummer, welche die Todesnachrichtbrachte. Am Sonnabend, eine Stunde vor Mitternacht, warBismarck verschieden. Am Sonntag mit der frühesten Morgen-stunde brachte das Blatt schon einen feierlichen Nachruf und aufdemselben Bogen das Entlassungsgesuch mit einer sehr ausführ-lichen Einleitung von Busch. So ausgezeichnet war Alles vor-bereitet. Bis auf die Angabe der letzten Minuten muß Allesschon vorder fertiggestellt gewesen sein. In dem Aktenstück selbstwaren nur einige Namen ungenannt gelassen, welche sich aufden sogenannten Nückversicherungsvertrag mit Rußland bezogen.In dem englischen Werke sind dieselben voll ausgeschrieben,obwohl sie in der ebenfalls sofort veröffentlichten BroschüreBismarck und sein Werk"*) anscheinend aus Rücksichten desöffentlichen Wohls ausgelassen sind.

*) Leipzig bei Hirzel.

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