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Bismarck posthumus / von Ludwig Bamberger
Entstehung
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Rüstungen Oesterreichs als unbegreiflich und im höchsten Gradebeunruhigend und schädlich für das Land ansehe.

Die Briefmassen, welche Busch damals und später theils inBerlin vor und bei der Entlassung, theils in Friedrichsruh zurSichtung ausgeliefert wurden, sollten zunächst nur den Wegbahnen für die eigene Arbeit Bismarcts. Allerdings mochteKeiner dazu besser geeignet sein als Busch. Selbst Bucher nicht.Beide waren schon bejahrt, aber Bucher viel mehr verbraucht,leidend uud verstimmter als der siebzigjährige Busch, desseu Er-gebenheit allen Unwettern trotzte. Da sind Briefe Kaiser Wil-helms I., Kaiser Friedrichs, Kaiser Alexanders von Rußland ,Andrassys, über die iutimsten Angelegenheiten, über die Krank-heit des damaligen Kronprinzen, über das Verhalten des Kaiserszu seinem Sohn, über die Verträge mit Oesterreich, über dieStellung zu Rußland, zu Italien , über das Verhältnis; zuWilhelm II. Es wäre mehr als menschlich gewesen, wenn Buschsich versagt hätte, auch für deu eigenen Gebrauch sich Auszügeund Abschriften zn machen. Er hatte eine große Gewandtheitund Ausdauer für solche Arbeiten, wie er auch auf andern Ge-bieten keineswegs ein unbedeutender Schriftsteller war. Bismarck ,der nur an seine sichtende Thätigkeit dachte, war schon erstauntüber daS, was er in kurzer Zeit zu Stande brachte. Welch einstetiger Fleiß und welche Selbstdisziplinirung gehört nur dazu,zwanzig Jahre lang Alles sofort zu Papier zu bringen! Buschhatte nnsänglich Theologie studirt, woran noch allerlei Zitate ausder heiligen Schrift erinnern. Dann war er in den Dresdener Aufstand verwickelt worden und nach Amerika gegangen. Daranreiht sich später eine Fahrt nach dem Orient. Daraus gingenmehrfache, auf guter Beobachtung beruhende Reisewerke hervor.Nach Deutschland zurückgekehrt, kam er an dieGrcnzboten",von da an ein Blatt in Hannover . Obwohl Sachse, war ergut preußisch gesinnt und von Anfang an ein begeisterterVerehrer Bismarcks . Für die sreuudliche Behandlung im fürst-lichen Hause einPfand er stets eine gerührte Dankbarkeit. Erschildert öfter, wie er mit den Kindern Nantzau spielen durste,uud einmal, daß beim Abschied die Mutter derselben ihm einenporzellanenen Federhalter zum Andenken geschenkt, auf Deutsch hätte es Wohl geheißen:auS echtem Porzellan."