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Augustenburg-Beweguug, und ohne sein Eingreifen hätte derKronprinz Vernunft angenommen. Ich glaube, nicht zu weit zugehen, wenn ich Seine Hoheit als einen der unversöhnlichstenGegner von Eurer Majestät Politik bezeichne und feststelle, das;keine Hingebung an Eurer Majestät Ehre und Interesse vonihm erwartet werden kann." Daran anschließend schreibt derKönig unter dem 8. April und beschwert sich, das; zwei Artikelder „Kreuzzeitung " ihm durch eiuen Unbekannten zugekommenseien <^da er seit 1861 dies Blatt nicht mehr in die Hand ge-nommen habe), worin mißbräuchlich ein Artikel gegen den Herzogvon Eoburg veröffentlicht sei. Da die darin erwähnten Briefedes Herzogs an ihn nur der Königin und dem Kronprinzen zurKenntniß gekommen seien, so sei es ihm höchst unangenehm, daßdie Quelle des Artikels dadurch verrateu werde. Obwohl Bi5-marck ihn immer versichert habe, daß die Regierung keinen Ein-fluß aus die „Kreuzzeitung " habe, so scheine doch hieraus dasGegentheil hervorzugehen. Solche Zeituugsartikel müßten denHerzog nur uoch feindseliger stimmein vom politischen Stand-punkt aus sei dies nicht richtig, nnd er bitte Bismarck, dies un-geeignete Verfahren der „.^reuzzeituug" gegeu den Herzog inZukunft einzustellen." In der Antwort bittet Bismarck denKönig um Verzeihung; er giebt zu, daß der Artikel auf seinbetreiben geschrieben worden sei. Er habe zwar keinen Einflußauf die „Kreuzzeitung ", insofern sie in gewissen Dingen andererMeinung sei als er, aber doch uoch geuug, um das in ihr an-zubringen, was ihren Tendenzen nicht direkt widerspreche. ZumSchluß des Briefes bittet Bismarck nochmals nm Verzeihung,wenn er im heiligen Eifer für seinen 5iönig, weder rechts nochlinks blickend, in diesem Kampse die ruhige Hnltuug verlorenhabe, die er sonst zu bewahren bestrebt sei.
Von dem hier zusammengesührten Material sei zum Schlußnur uoch die Stelle aus einein Brief Bismarcks an den kiönigvom 2. Mai 1866 erwähnt, in welcher derselbe, um zum Bruchmit Oesterreich zu drängen, sogar die-von der Börse unterstützteöffentliche Meinung mit deu Worten anruft, daß die HandeloWelt, einschließlich der sie vertretenden Körperschaften, die Un-thätigkeit des Königlichen Hauses angesichts der überlegenen