Druckschrift 
Geschichte der seit dreihundert Jahren in Breslau befindlichen Stadtbuchdruckerey als ein Beitrag zur allgemeinen Geschichte der Buchdruckerkunst : Mit 4 Bildnissen und 4 erläuternden Kupferplatten / [Johann August Barth ; Hr. Geiser ; Hr. Paritius. Johann Ephraim Scheibel [Vorr.]]
Entstehung
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6 Geschichte der ersten Brest . Buchdrnckerey.

dies dadurch noch mehr bestätiget wird , weil 1500 zu Crac au das Missale Vratisla-viense gedruckt wurde. Vielleicht ward sein Unternehmen nicht hinlänglich genugunterstützt.-.

Man hat Nachrichten, dass er nachher 1507 zu Frankfurt !! an der Odernnd zuletzt 1514 in Leipzig gedruckt habe.

Nach Baumgarthens Abgänge liessen die Breslauer an andern Orten dink-Icen, wie solches ein Buch bezeuget, welches in der Bibliothek bei St. Adel-bert verwahret wird, dessen Titel also lautet:

1521.Das Büchlein lernet uns Got lybe haben vber alle Ding." Zu Ende des Buchs steht:,,Aws Beger etzlicher andechtiger Bürgcryn zu Breßlaw vff gut deutsch dieses Landeszu Besserunge vndt seligkeyt viel frommer vnd andcchtigen Menschen vordeutzt undgedruckt zu Nürnberg durch Adam Dyon mit Kost vndt Darlegen Anthoni Mynzen-bergs von Breszlaw, geschehen ym Jare nach der Gepurt Christi tawsend fünfhundertvnd yn dem zwclfften, uff den acht vnd zwenczigsten tag des Monats May volendct.^Vielleicht kam Adam Dyon durch den Druck dieses Buchs mit Breslau

in Verbindung. Er verliess daher Nürnberg , kam hieher und war also der zweite

Breslauische Buchdrucker,

,, fiihrlicher und weitläuftiger , als die von gemeinem Schlage." Ganz anders urtheilt derpatriotische Schlesier, dem die Geschichte der Plastischen Herzoge in ihrem ganzen Um-fange die wichtigste ist, sonderlich der Hedwig , wie man aus Klos es Briefen von Bres-lau I.B. 1787. 8. S. 353- 4 J 5 ersehen kann. Er bedauret daher , mit jedem Kennerder Geschichte T am meisten des Mittelalters , dass aus einem ungegründeten Eifer dieFortsetzungen der höchstwichtigen Actorum Sanctorum, wo nicht in Ansehung derschon gesammleten Materialien gänzlich cassirt, doch seit vielen Jahren unterbrochenworden , für deren 15. Octob. als den Todestag dieser vortreihehen Herzogin, man schondie Haupturkunden in Breslau gesammlet hatte. Die erheblichste Anzeige aber des Hrn.Panzers ist, dass von diesem höchstseltnen Buche die Ebnerische Bibliothek inNürnberg ein viertes Exemplar besitze. Denn ausser dem ersten auf der össentli-chen Rehdigerischen Bibliothek bey der St. Elisabetkirche , befindet sich ein zweytesAuf der Klosterbibliothek bey St. Albrecht, welches Bunge in seinen Analectis Sile-siacis I. Abth. Leipz. 1733· 8. S. 21. und aus diesen Vogt im Cat. Libr. rar. p. 333.«.nzeiget. Ein drittes Exemplar habe ich in der schönen Büchersammlung eines mei-'zier Schulfreunde vor 50 Jahren gesehen ; von welchem ich aber nicht weiss , wohin esnach dessen ausser Breslau erfolgtem Ableben gekommen sey. Wie viel Exemplare magΛνοΐιΐ die Unwissenheit zernichtet haben, da dieses Zernichtens itzt kein Ende ist! -

M. Joh. Ephr. Scheibcl.