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A n h a 11 g. Glogau. ηη
entrichtete Johann Julius Hu η 01 d, katholischer Pieligion, eine neue Officin in dieserStadt und blieb bis zürn Jahre 1741 hier, wo er sich sodann nach Schli chtings-heim und von da weiter nach ßojanowein Polen begab.
Nach ihm kam Christian Gottfried Welcher nach Glogau , der ein Königli-ches Privilegium und den Character eines Königlichen Cammer-Buchdruckers cm-pfing; starb aber schon 1748· Seine hinterlassne Wittwe , eine gebohrne Steinberg,setzte das Werk durch einen Factor aus Nürnberg , Namens Wolfgang MichaelSchweickhardt weiter fort und heirathete ihn ein Jahr darauf. Schweickhardtdruckte nun unter seinem Namen und mit dem ihm überlassnen Privilegium undCharakter. Nach einigen Jahren entstand aber zwischen ihm und seiner Frau einesolche Unzufriedenheit, dass eine völlige Trennung erfolgte, die dahinauslief, dassgenannte Steinberg die Druckerey zurückbekam und Schw. sich genöthigt sah, eineneue anzulegen. Dieser zog in Kurzem die meisten Königlichen Arbeiten an sich,dass endlich Jene gedrungen wurde, ihre Officin zum Kauf auszubieten. Der Käu-fer war der Buchführer Christian Gottfried Günther im J. 1763, der alles anwandte,diese gesunkene Officin wieder in Aufnahme zu bringen. Es gelang ihm so gut, dassder inzwischen mehr durch eignes Verschulden herab gekommene Schw. ihm die Sei-nige zum Kauf anbot. Günther nahm dies Anerbieten an, kaufte sie, und erhieltauch zugleich den von Schw. bisher geführten Charakter eines Königl. Cammerbuch-druckers. Noch grösser ward diese Officin, als Günther mit derselben die ehemalsin Fraustadt und in Frey sta dt befindlichen Druckerey en verband, und jene 1789von E. S. Platt und diese 1794 von Cars Friedr. Li s co vi us käuflich an sich brachte.Günthers Verdienste um diese Officin sind entschieden. Er beschäftigte 7 Drucker-und 5 Kupferpressen und lieferte mehrere sehr correcte Schriften. Er starb den 5.April 1802, alt 75 Jahr. Nach seinem Tode fiel die Druckerey nebst der Buchhand-lung an seine hinterlassene 3 Kinder Sophie Charlotte ChristaneFriedrike verehl. Nie-gisch, George Christian Gustav und George Heinrich Eberhard Günther, die siegemeinschaftlich nach dem Willen ihres Vaters von Gottlob Niegisch, Buchdruk-ker und Buchhändler unter der Firma: ChristianFriedrichGünthersKönig-liehe privilegirte Camm er bu chdrucker ey , fortsetzen lassen.
Ausserdem giebt es in Glogau noch ;*ine zweite Officin, der Neu - Günthe-rischen Buchhandlung gehörig.
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