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Geschichte der Schlesischeii Buchdruckereyen.
pographici's Vol. IV. p. 342 Sauberts Nachricht für eine Erdichtung zu erklären. AucfiRunge, ein sehr bewährter schlesischer Litterator, hatte lange vor ihm dieselbeMeinung, Dieser, begierig, sich von dem Daseyn jenes alten Liegnitzischen Drucksgenauer zu überzeugen , schrieb an seinen Freund Gustav Philipp Mörlius (Eccle-siarum Noribergensium. Antistcs) mit der Bitte, ihm denselben zur Ansicht auszubit-ten. Mörlius gab sich auf Runges wiederholtes Erinnern alle Mühe, den so gerühm-ten Dialogus zu finden ; aber vergebens, und äusserte die Meinung, Saubert müssteihn vielleicht auf den mündlichen Bericht oder auf eine fehlerhafte schriftliche Nach-richt eines Andern angezeigt haben. ׳ Runge kam dadurch auf die sehr wahrscheinli-ehe Vermuthung, ob nicht dieses Buch durch einen Schreibfehler mit einem andernverwechselt worden wäre (wie auch Panzer glaubt) und vielleicht dasselbe sey, wasman noch jetzt als eine Seltenheit auf der Hausbibliothek der reg. Chorherrn zu unsrerlieben Frauen auf dem Sande vor Breslau verwahrt und den Titel führt: Dyalogus fra-tris Bernardi Ordinis Carthusiensis immensam et innumerabilem immaculate Dei gemtri-cis Virginis Marie miser icor diam per multa miracula at que exempla elucidans nec nonamplificam. Am Ende dieses Drucks vor dem Register steht: Ob reverentiam glorio-sissime Virginis Marie est coüectus pns Dyalogus. Et pr opter Specialem caritatem di-ledi spiritualis sdii sui juvenis Carthusiensis Christopheri per fruirem Bernhardum mona-chum prof essam ordinis Carthusiensis in domo passionis ihu Xpi prope Civitatem Lege-nitz. Et completus anno Dui M. CCCC. LXXXI. in vigilia assumptionis Virginis Marie.Und zu Ende des Registers : fitiitum est pns opusculum anno dui M. CCCCXCVII. Etimpressum in foelici urbe Lyptzigk per me Melchior Lotter . (56 Blätter in 4). DieseSchrift steht in genannter Bibliothek unter den ascetischen Werken im Reposit. XV.Ser. II. N■ 30. und ist von den Verf. dieser Nachrichten genau nachgesehen wor-den. Nach Lei chiù s Bericht (in origine et Incrementis Typographiae LipsiensisLips. 1740, p. 67.) giebt es von diesem Buche noch eine frühere Ausgabe vom Jahr1493. Aus allem diesen erhellet, dass diese Schrift zwar im Jahre 1481 in Lieg-nitz geschrieben, aber erst 1493 und 1497 in Leipzig gedruckt worden sey. (S.A st r ο nomi am S ile sìa cam et praeser tim Fastor um Calendar ium Conditores Süesia-cos a Juventute Mar. Magdalenea Praemiis S. P. Q. V. ornanda , Α. Ο. R.. MDDXLI.DXXVI. Januarii. exhibitum iri, DeTriga Langer or um Bolkenhuinensium. praefa-tus ד significat Christianus Rungius Pro-R.ect. et Prof. Vralislaviae in Officina Haere-dum Buumanniorum exprimebat Johannes Theophilus Straubel, Factor. 2 Bogen inFolio. S. 6־)
Aller Wahrscheinlichkeit nach ist also das hohe Alter der Liegnitzischen Officitiein blosser Irrthum. — Der
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