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Der erste Typograph dieser Stadt, von dessen Arbeiten wir mit Zuverlässigkeitreden können, war Nicolaus Sartorius (eigentlich Schneider) gebohren 1560 zuGörlitz . Er trat 1576 bei Ambrosias Fritsch, Buchdrucker desselben Orts in dieLehre und gieng nach vollendeten Lehrjahren ^Jahre auf Reisen. Nach seiner Rück-kebr empsieng er das Factorat zu Zittau und heirathete hier Bernhard Schneidershinterlassene Tochter Dorothea, mit der er 14 Kinder zeugte. Zwei Jahre darauferhielt er vom Herzog von Liegnitz Friedrich IV. einen Ruf nach Liegnitz , den erannahm. Er starb den 1Z. Dec. 162!. Unter seiner Direction erlebte die Officin ihrgoldnes Zeitalter, dass sie sowohl in Hinsicht der Mehrzahl der Schriften und derSchönheit der Typen die übrigen Schlesischen Druckereyen , die Breslauische ausge-nommen, weit übertraf. — Die Drucke , die wir von ihm gesehen haben , sindüberaus correct und sauber. Ihm folgte Sebastian Koch, George Springerund diesem Zac h arias Sartorius, ein Sohn des Vorigen, (1668·) der in seinemSignet einen Schnitter führte, mit der Inschrift: Äliis serentibus , aliis melo. Nachihm kam Wig'and Funke, Christoph Willing (1673.) und der Factor Jo hannMathias Gichtel (1675·) sodann Joh. Gerlach Nerlich, Christoph W ä-t ζ ο 1 d, dessen Sohn Joh. Christo p h W ä t ζ ο 1 d und nach dessen Tode seine Witt-we mit ihren Söhnen. Der letzte Wätzold starb 17.fi. Diesem folgte Ρ e t ζ ο Id, ge-bürtig von Lauban , unter dem die Officin von ihrem alten Flore noch völlig herab-sank. Von letzterm kaufte sie der jetzige Besitzer derselben , P a p p a e s che , .2 ׳ eb.1742. den 22. July in Lauban , wo sein Vater Organist war. Sie beschäftigt gegen-wartig zwei Pressen.
Ne is s e.
Wenn Pancratii Vulturini Pancgyricus Slesiacus 1521. 4, wovon das ein zi-g e noch übrig gebliebene Exemplar auf der hiesigen Elisabetanischen Bibliotheksich befindet, wirklich zu Neisse gedruckt worden, welches aber noch nicht ganzgewiss ist, da die Anzeige des Druckorts fehlt, so hätte die Neissische Officin ein ho-lies Alter. Der erste Buchdrucker, den mit Gewissheit seine Arbeiten verrathen, warJohannes Cruziger, (Creutziger, Kreuzträger) ein in seiner Kunst und selbst inden Wissenschaften sehr erfahrner Mann. Er druckte meist theologische Werke.Man hält die Constitutiones Synodi Comitatus Glacensis in Causa Rcligionis 7 welche1559 erschienen , für seinen ersten Versuch. Sein merkwürdigster Druck ist wohlunstreitig die erste Schlesische Landcharte Martin Helwigs, der in Neisse 1516gebohren ward und in Breslau als Rector der damaligen Magdaleneischen Schule!574 starb. Sie besteht aus zwölf hölzernen Tafeln und ist zuletzt das siebente Mal