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Geschichte der Sclilesischen Buchdrackereyen.
6 ־־־ ן in tier Grassischen Officin abgedruckt worden, wo man sie noch fleissig aufbe-wahrt. (Umständlich beschrieben hat sie Herr Rect. M. Scheib el in den Beiträgenzur Topographie von Schlesien , im IV. Bande der neuen ökonomischen Nachrichtender Schles. Patriot. Gesellschaft 1 156 . 8 ■ 83 ־־ .) Die erste Ausgabe dieser Charte vonΓ561 ist so selten , dass man nur noch die einzelen Exemplare derselben zählt, derenes fünf geben soll, wovon das Eine auf der hiesigen Maria Magdaleneischen Biblio <-ihek aufbewahrt wird. Die Nachfolger Crucigers waren Andreas Bein h e ekel(von 1586 bis 1600) Adam Thran, Caspar Siegfried, (bis 1614) Crispin Scharf-l'enberg, (bis 1615) Augustin Gründer, (bis 1624) Johann Schubart, (von 1624bis 1649), Ignatius Constantin Schubart, (bis 1684), der eine Menge Schriften, dioSchefflerischen Streitigkeiten betreffend, druckte, Christoph L e rtz, (von 1684 bis1693), Johann Joseph Krembssl und Wittwe, (1699) Joseph Schlägel (von1707 bis 1739) und dessen Sohn Franz Joseph Schlägel, dessen hinterlasseneWittwe im Jahre 1798 Franz Rosenkranz heirathete und dadurch auch Besitzerder Officin ward.
Ο e l s.
Nach der BreslauischenStadtbuchdruckerey ist der Zeit nach die ehemals den Ju-den zuOels gehörige Officin, wohl entschieden, die älteste. Dies ergiebt sich aus demmelk würdigen Penlateuchus cum V Megilloth et Haphtaroth durch Dapictben Jonathanund Chajùn ben David SacJior , in Folio , auf dessen Titelblatte man die Worte liest :Gedruckt in der heiligen Synagoge zu Oels unter der Begierung des Herrn HerzogsCarl im Monat Abh oder August , nach der kleinern Zeitrechnung im hosten Jahred. i. im Jahre Christi 15303 dessen Druck durch den schrecklichen Orkan vom 1 Sept.1 535 nuterbrochen und zerstreut wurde und späterhin der so berühmte HamburgerTheologe und Literator Wolf in seiner bibliotheca hebraea P. IL Sect. V. ρ, 364. 386beschrieb 3 worüber iudess noch die Meinungen getheilt sind, ob er ganz oder nurzum Theil vorhanden sey." Da nach dieser traurigen Begebenheit die Juden aus derStadt vertrieben wurden, so hörten auch die Arbeiten ihrer Officin auf. Erst im Jah-re 1593 findet sich wieder ein Oelsnischer Buchdrucker, zugleich deutscher Schul-halter des Orts, Namens Caspar Richter, dessen von ihm sauber gedrucktesZinfsbuch, der Verfasser io der umständlichen Biographie dieser Officin (Schles.Provinz. Blätter 1804. Jan. Anhang) rühmlich erwähnt, es vermuthen lässt, dass ervorher schon mehreres gedruckt haben müsse. Ihm folgte 1594 Andreas Eich-born und diesem 1605 Johann Bössemesser, welcher zuerst einen festgesetztenjährlichen Gehalt und den Titel eines II 0 f b u c h d 1 ־ uckers erhalten zu haben scheint.
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