Druckschrift 
Augsburgs älteste Druckdenkmale und Formschneiderarbeiten, welche in der vereinigten königl. Kreis- und Stadtbibliothek daselbst aufbewahrt werden : nebst einer kurzen Geschichte des Bücherdruckes und Buchhandels in Augsburg ; mit 37 Abdrücken von Original-Holzschnitten aus dem 15. u. 16. Jahrhundert / von G. C. Mezger
Entstehung
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mehrere interessante Chroniken, die Beschreibung des Conciliums von Costnitz,welche auch als das erste gedruckte und ziemlich vollständige Wappenbuchfür die Heraldik wichtig ist, das speeuluin Kistoriuls des Vinecntius indrei großen Folianten; ferner die großem Reiseberichte des Bernhard vonBreydenbach und Hans Tuch er über ihre Pilgerfahrt nach Jerusalem.Sonst gingen aus den hiesigen Offizinen einige naturwissenschaftliche Schriftenhervor, unter andern das oft aufgelegte Buch der Natur, das Buch dernatürlichen Weisheit, mehrere mathematische und astronomische Bücher;endlich verdanken wir ihnen die Ausgaben einiger lateinischen Klassiker, dieerste lateinische Uebersetzung des Flavius Josephus, die deutsche Uebersetzungder Offizien des Ciecro u. f. w. Man muß in der That über dieFruchtbarkeit der neuen Kunst sich wundern, wenn man auch nur einenflüchtigen Blick in Zapfs Augsburger Buchdruckcrgeschichte geworfen hat,und doch ließe sich das in derselben enthaltene Verzeichnis) der Drucke nochsehr vermehren.

Alle Produete der Altesten augsburgischen Pressen zeichnen sich übrigensdurch ihre typographische Ausstattung sehr vortheilhaft aus. Sie sindmeist aufglänzend weißes, starkes, dauerhaftes Papier mit reinen gefälligenTypen gedruckt und zum Theil durch viele Holzschnitte geziert. Ob diesezuerst von Günther Zainer , wie Zapf annimmt, zur Erläuterung desTcrtes den Druckwerken beigefügt wurden, wage ich nicht zu entscheiden,gewiß aber war Günther Zainer der erste unter den deutschen Druckern,welcher neben den bisher gebräuchlichen gothischen, auch lateinische Letternanwandte Erhard Ratdolt führte die schönen Randeinfassungenan den Seiten und förmlich abgesetzte Titelblätter allgemeiner ein,als sie bis dahin üblich gewesen waren Als wahre Meisterstücke derTypographie müssen aber stets die ältesten Augsburger Bibeln undvor Allem die beiden in den Jahren 1517 und 1519 von JohannesSchönsperger gedruckten Ausgaben des Theuerdank betrachtet werden;wenigstens lieferten die früheren deutschen Pressen nichts, was ihnen an dieSeite gesetzt werden könnte.

Anfangs besorgten bekanntlich die Buchdrucker den Verkauf ihrer Werkeselbst. Die beiden Vcrlagseataloge, die von den ältesten Druckereien bisherbekannt geworden sind, gehören Augsburg an. Den einen aus der

ek. Ersch und Gmber's allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste.14. Theil, p. 234.

") ek. daselbst p. 235.