Druckschrift 
Augsburgs älteste Druckdenkmale und Formschneiderarbeiten, welche in der vereinigten königl. Kreis- und Stadtbibliothek daselbst aufbewahrt werden : nebst einer kurzen Geschichte des Bücherdruckes und Buchhandels in Augsburg ; mit 37 Abdrücken von Original-Holzschnitten aus dem 15. u. 16. Jahrhundert / von G. C. Mezger
Entstehung
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isolirtes Geschäft vorkommt und sich blos auf den Vertrieb einzelner Bücherbeschränkt. Der erste Buchhändler dieser Art dürste nach LueantonioGiunta zu Venedig wohl Theobald Feger aus Budweis in Böhmen seyn,der bei Erhard Ratdolt dahier im Jahre 1486 die ungarische Chronikdes Johann de Thwrocz auf seine Kosten drucken ließ

Mit dem Beginne des 16. Jahrhunderts verlegte sich auch JohannSchönsperger, der jüngere, in Augsburg vorzüglich auf den Handel mitBüchern, und beschäftigte zu dem Ende die Offizin des Johann Ottmar,doch hatte er auch eine eigene Presse.

Eine Buchhandlung in ausgedehnterem Sinne des Wortes gründeteaber um diese Zeit in hiesiger Stadt Johann Rynmann aus Oehringcn.Nach der allgemeinen Annahme ist dieser der erste eigentlicheBuchhändler in Deutschland . Seine Verlagsartikel lieferten theilsdie hiesigen, theils die Baseler und Hagcnauer Druckereien. Er legte sichzuerst den Titel eines Buch führ ers bei und stand auch bei den Gelehrtenin sehr großem Ansehen. Der bekannte Dichter Conrad Celtes pries seineVerdienste in einem eigenen Gedichte^). Am Schlüsse der in seinem Verlageerschienenen Bücher heißt es gewöhnlich: Durch Verordnung und Kostendes fürsichtigen, ehrsamen und weisen Herrn Johann Rynmann vonOehringcn deutscher Nation namhaftesten Buchführers; in der Postillc desAlbertus Magnus (Hagenau 1304) wird er sogar areliibililidpvlit genannt.Er war anfangs selbst Buchdrucker und zugleich ein berühmter Schriftgießer,von welchem Aldus in Venedig seine Lettern gekauft haben soll; wenigstensschreiben ihm die Schlußworte in der Lobrede auf den heiligen Jvo(Augsburg 1502 die Verfertigung der Veneticmer Typen zu. InOehringcn, seinem Geburtsorte, wo er auch mit Haus und Gütern ansäßigwar, hatte er sich um 800 fl. aus dem Unterthanenverbande oder vielmehraus der Hörigkeit losgekauft; die Urkunde des Grafen Kraft von Hohenlohe

*) ek. unten v.

ek. Zapfl. n. XXI. Dieses Epigramm vom Jahre I5l)7 lautet: ^,(1 ^ol>a»nvmK^mannum /)« I^ibrarium et Kiblionnlam.

In nostlss terras laciu» Araee>i8nue elisraeter^lam venit Studio^ enlte li) manne ^ tun.?ro nun eoncli»no8 tibi 6at Kermania Gratesreteret !au(ie8 nie et uliinue tuas.Sie lauten: Imnressit ex arelnt^po Cannes Kz^nmannus ^UAU8tensi8eliaraeterum venetoium opisex et inKenio8U8 et exereitatu8 in ^UAU8ta Vincl.

^nno Äieeeeen.

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