Druckschrift 
Augsburgs älteste Druckdenkmale und Formschneiderarbeiten, welche in der vereinigten königl. Kreis- und Stadtbibliothek daselbst aufbewahrt werden : nebst einer kurzen Geschichte des Bücherdruckes und Buchhandels in Augsburg ; mit 37 Abdrücken von Original-Holzschnitten aus dem 15. u. 16. Jahrhundert / von G. C. Mezger
Entstehung
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hierüber ist vom Jahre 1498 datirt. Außer Rynmcmn machten auch nocheinige Andere, freilich nur unbedeutende, Geschäfte mit Büchern, derenDruck sie in den hiesigen Offizinen hatten besorgen lassen; so z. B.Jodoeus Birlin (1505 1512), Jörg Diemar (1510), SirtusSchlegel (1511) ?e. Neben diesen trieben aber zugleich die Buchdrucker dasHandelsgeschäft fort. Unter diesen zeichnete sich in der ersten Hälfte des16. Jahrhunderts besonders Johannes Miller aus. Aus seiner Druckereikam unter Anderem die erste und ächte Ausgabe der ursperger Chronik *)(vom Jahre 1515), zu deren Drucke er von dem berühmten ConradPeutinger , seinem vertrauten Freunde, veranlaßt worden war; er warauch der erste iu Augsburg , der ein ganz griechisches Buch druckte, währendman das erste daselbst erschienene hebräische ^cmuuis Losselisustsiiiüelemsnttils iuti-oäuotoi^run in Keln-kwas litteiits der Presse desErhard Oeglin (1514) verdankt, und Dr. Sigmunnd Grimm inVerbindung mit Marr Wirsung (bis 1522) durch den Druck vonMusikalien sich bemerklich machte.

Als die Schriften der Reformatoren den großen, welthistorischen Kampfauf dem Gebiete des religiösen Lebens hervorgerufen hatten, wandten sichdie hiesigen Pressen fast ausschließlich den litterarischen Erscheinungen derGegenwart zu. Sie arbeiteten indeß meist für die Sache der evangelischenLehre; besonders wurden Luthers Schriften durch den Nachdruck desSylvan Ottmar, Simprecht Ruff, Heinrich Stainer :e. inunzähligen Exemplaren verbreitet. Der schmalkaldische Krieg scheint dieseThätigkeit gelähmt und überhaupt auf die Geschäfte der Buchdrucker undBuchhändler nachtheilig eingewirkt zu haben, zumal da jetzt auch eine strengeCensur von dem Rathe gchandhabt werden mußte ^).

Doch treffen wir bald nach dem Ende dieses Kriegs hier wieder zweifür jene Zeit bedeutende Sortimentslager. Das eine gehörte dem Dr.Georg Will er, der in der Geschichte des Buchhandels darum einebesondere Auszeichnung verdient, weil er der erste war, der im Jahre1564 einen Meßeatalog für die Frankfurter Messe ausgab. In Frankfurt bestand bekanntlich seit dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts ein großerBüchermarkt, auf welchem die deutschen, italienischen, französischen, und,gegen das Ende des Jahrhunderts, auch die niederländischen und holländischen

*) o5. Eberts bibliograph, Lexikon Xo. 4151.

**) es. von Stettens Geschichte der heiligen römischen reichssreien Stadt Augsburg ,p. 482 und 5Z5.

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