74__Versuch von demWesm
weiß nicht/ ob es'andcrc augcmcrcket haben/daß we-gcn dcrwindichten oder stillen Lufft keine Verände«rung in dem Wetter-Glase verursachet werde/welchedoch den Menschlichen Corpcr sehr veränderlich-Kcirct. Also dünckt mir auch/ daß bey warmenWinden (die uns iicmlich als warm -iKcircn) nichtallemahl eineaicc^rion indem Wetter-Glase ent-stehe. Zum wenigsten ist es ausgemacht/daß wennNir mitgcspitztcn Munde starck anst die Hände bla-sen/es unstet vorkomme. Aber blase also(aucl) im^ Sommer) auffei» Wetter - Glaß / so wirstu sehen/daß durch dieses blasen/Warme in das Wetter-Glaßkömint. Blase also im Minder an eine bcfrorneGlaß-Scheibc/sowirstu sehen daß esaufftaucnwird.Sonst was die °rii--^n selbst betrifft/hatte ich mir kei-ne objection disfals verschen. Das Licht ist derMannliche Geist/ und die unsern Erdkreiß umge-bende Lufftdcr Weibliche. Jenes ist unstreitig einwärmender diese aber kaltender Geist. Jenesimprssznirc gleichsam diese durch seine Warme tag-lich.So «st auch bekant/daß man nach der alten Mo-saischen Philosophie aus eben dieser Ursachen dieSonne als das Licht/welches den Tag (das Bild derWarme und des Lebens) regirct/einen MännlichenGeist; den Mond aber/ der die Nacht (das Bild desTodes und der Kalte) regieret/ einen WeiblichenGeist genennet/U's.w.