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Versuch Von Wesen des Geistes Oder Grund-Lehren, So wohl zur natürlichen Wissenschafft als der Sitten-Lehre : Jn welchen gezeiget wird, daß Licht und Lufft ein geistiges Wesen sey, und alle Cörper aus Materie und Geist bestehen, auch in der gantzen Natur eine anziehende Krafft, in dem Menschen aber ein zweyfacher guter und böser Geist sey / Auffgesetzet und allen Wahrheit liebenden zur Prüfung übergeben Von Christian Thomasen
Entstehung
Seite
152
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i>t ' Versuch von dem Wesen

kommet. Aber alle deine Verwunderung rüh-ret daher/daß du den allgemeinen Geist bißhernicht begriffen. Denn es folget von.sich selber/wann die Mineralien, Pflcmtzen und Thiere nurmaterielle Dinge si'yn/ so können sie keine Em-pfindligkeit haben. Denn mgrerie empfindetnichts.

Ln. 71. Ich aber wundere mich vielmehr u-berdich/ wie du denen Bmnnen und Pflantzennach deiner irrigenMeynung ein Leben ohne Geist/und denen Thieren eine Empfindligkeit ohneGeist zuschreiben können. ^acerie ist ein todtesunempfindliches Wesen. Derowegen ist emmarerielleL Leben ein todtes Leben / oder ein Le-ben ohneLeben/und eine mareneüc Empfindlig-keit/ ist eine unempfindliche Empfindlichkeit.Wer ist nun mehr Verwunderung s oder äuöla-.chungs würdiz/ der/ so wohl an einanderhangen-und aus einander fliessende Dinge lehret? 0-der der/ so einander widersprechende Sachenvvrgiebet?

^K. Sprichst»: Warum schreibestdu dem allgemeinen Welt-Geist nicht auch end-lich gar Verstand und Willen zu? Dieses binich auch nunmehro zu thun willens. Dennes folget ja auch dieses nunmehro von sich selbst.Wo ein- Sinniigkeil / und Mar eine thätlicheSmnligkeit ist/ da muß auch.Verstand oder dochzum wenigsten nichts unverständiges seyn. Undwo wahrhafftige Begierden seyn/ da muß auchNothwendig ein Wille seyn. ^n»