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Versuch Von Wesen des Geistes Oder Grund-Lehren, So wohl zur natürlichen Wissenschafft als der Sitten-Lehre : Jn welchen gezeiget wird, daß Licht und Lufft ein geistiges Wesen sey, und alle Cörper aus Materie und Geist bestehen, auch in der gantzen Natur eine anziehende Krafft, in dem Menschen aber ein zweyfacher guter und böser Geist sey / Auffgesetzet und allen Wahrheit liebenden zur Prüfung übergeben Von Christian Thomasen
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188
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!88 Versuch von demWesen

'rl,. 18s. Und dieses Elend der Menschenist dest? grosser/ daß sie alles dieses Böse mit derEinbildung sieben als ob es etwas Gutes wäre/und daß sie durch Erlangung desselben / ihre Er-haltung zu befördern suchen; Denn die Liebs 5seine Daurung zu erhalten / ist allen Dmgmund also auch dem Menschen eingcofianht; jaMist die Wurkel der übrigen Begierden / weil wiralle Dinge darum lieben, weil sie zu unserer Er-haltung / nach unserer EinbitdnngMwas bey-tragen, iIK. 186. Daraus folgctferner/daßdevGeist'des Mnscken ein recht thörichter, und KämschebGeist / und viel närrischer fty / als der Geist indem geringsten Wurm / als-eincr Biene öde^Spinne. ^

i"K. -8 ^. Ja wenn man betrach eet/ daßH-aV ^len M-'nsthen und deren Hertzen diese drey unter-schiedene widerwärtige und streitende Willen'vermischt und vereinet sind / so befinden wir/daß dariiien auch zwischen den Menschen und deWThieren ein Unterscheid sey / daß in denen WiM,ren nur ein Geist im Hertzen wohne/ aber in jedemMenschen eine widerwärtige Dreyhett das Hertzbesitze/ die doch darinnen vereinigt ist/ wiesiedcnMenschen ruimre/ undunglöcklich mache.

'rl,. -88- Dieses sind die drey Furiennachdenen heydnischen Fabeln/ nach der Schlifft aberSie Welt/ (der Geitz) Belial/ (der Ehrgeitz)und-Fleisch (die Wollust.)

^K.