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Über die Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst : bey Gelegenheit einiger neuern darüber geäusserten besondern Meynungen : nebst Anzeige des Inhaltes seiner Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst / Johann Gottlob Immanuel Breitkopf
Entstehung
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der Buchdrückerkunst.

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in den Ueberbleibscln der ersten Holzdrucke nicht selten an; und es ist selbst ein Exem-plar von den ältesten vorhanden, in welchem man feste und bewegliche Buchstabenzugleich findet, welche letztem gemeiniglich bald zu unterscheiden sind, es sey durcheinen umgekehrt stehenden Buchstaben, oder durch ein anderes Zeichen, das den Lieb-habern genugsam bekannt ist. Nachher soll man diese Sorte von Buchstaben zumDrucke der Donate gebraucht haben ; Drucke, die grob lind häßlich in die Augenfallen, wie genugsam aus denen zu erkennen ist, die bis auf unsere Zeiten übriggeblieben, aber gut genug sind, solche den Schülern in die Hände zu geben. DieMäßigkeit des Preises soll dieselben in Gang gebracht haben; denn die geschriebenensind ungleich theurer: und man muß sich nicht einbilden, daß man damals schon Be-trügereyen habe mit unterlaufen lassen, um diese gedruckten Donate für geschriebeneauszugeben. Sie waren dazu viel zu schlecht ausgeführt; und wenige sollten sichdamit haben betrügen lassen. Diese Art von Betrug ist nicht, als nur bey den erstenBuchdruckern in Deutschland , bekannt gewesen. Die Guttenberge und Fuste ha.ben sich deren mit Vortheil bedient, da sie nach der Erfindung der gegossenen Buch«staben zu dem vollkommenen Nachahmen der Handschriften gelangt waren. Als sol-che verkauften sie eine Anzahl Bibeln ohne Iahrzahl in einein unmaßigen Preise, bisihr Betrug durch derselben große Anzahl entdeckt ward, und sie genöthigt wurden,von dieser iist abzustehen. Aber ich will meine erste»? Erfinder nicht aus denAugen lassen.

Die Bücher zum Gottesdienste folgten bald auf die Donate; lind das Augen-merk unferer Künstler schränkte sich auf diese zwo Arten von Werken ein. Manhat bis itzt weder Bibel, noch Geschichtschreiber, noch eine Gotteö- oder Rechts-Ge-lehrte-Abhandlung entdeckt, welche man als ein Werk anmerken könnte, das vondieser ersten Druckerei) hervorgebracht wäre, und das einen genugsam sichern Beweisvon dem geringen Fortgange dieser erst entstandenen Kunst, lind wie wenig die Ge-lehrten daraus machten, abgäbe. Mail fand die wenigen Gelehrten damaliger Zeitnur allein unter den Mönchen; und man hat nicht zu vermuthen, daß die Möncheeine Erfindung begünstigen sollten, die einen der vornehmsten Zweige ihres Gewinnst-bringenden Handels abschneiden sollte. Sie beschäftigten so viele Hände, als sie nurfinden konnten, mit Nachschreiben der Werke, und verkauften sie hernach an alle, dienur Geld hatten, solche theuer zu bezahlen. Dieß findet man unter andern in demL7^o»ico» ^m«le/e»-e»/e x>. 6. t).Das Geld, welches sie alle Wochen mit

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xuisrium lcripturix leptimsnztim exaktum in ciicierunt: p. 409. 1?r»lribuz lui5 xro j'rsti»

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