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Ueber die Erfindungegeschichte
Schreiben verdienten, wurde von ihnen in einer gemeinen Koste verwahrt. ?. 158.Der Prior von Windesem gab ihnen ein gut Meßbuch, das sie nachher für 20 alte Kro.nen verkauften. Und p. 409. Er ließ die Brüder um Geld sei reiben." Man dnrftenur wenig zu shun haben, nnd augenblicks war der Gewinnst ansehnlich. Das für20 Krone!, verkaufte Meßbuch ist davon ein Beweis. Man findet in derselbenChronik 126 noch eine andere Anmerkung"): „Die ganze Bibel, in drey Theilensehr schön geschrieben, war hundert Kronen werth."
Zst es nach diesem allen wohl zu wundern, daß unsere ersten Drucker so wenigGerücht von sich verursacht haben? Sie arbeiteten nur allein für das gemeineVolk, und für die Kinder in den Schulen. Indessen hat man Ursache, zu glauben,daß sie sich um den Anfang des i5ten Jahrhunderts allmahlig ausgebreitet haben,und daß Antwerpen die einzige Stadt nicht war, woriunen sie seßhaft waren. Dießfindet man sehr deutlich in der Chronike von Kolli?, einem Werke desselben Jahr-hunderts. Nachdem der Verfasser, der sich auf das Zeugniß von Ulrich Zell grün-det, welcher in dem Jahre 1467 zu Köilll druckte, die Erfindung von GutM!-bergen, das will sagen, von den merallnen Buchstaben, auf das Jahr 1440 festge-seht hat, fügt er mit deutlichen Worten hinzu, daß man das erste Vorbild dieserKunst von den Donatei! genommen habe, die man vordem in Holland druckte
Man vergönne mir, bey diesem allen annoch anzumerken, daß dadurch wohlneue Schwierigkeiten entstehen würden, wenn man die Zeit der Erfindung, wie ichgethan habe, früher fehet; daß im Gegentheile aber die unregelmäßigen Meynungenund Streitigkeiten verschwinden, welche diese Sache umgeben. Man sieht den Ur-sprung der Unsicherheiten, die man bey den Schriftstellern des fünfzehnten Jahrhun-derts antrifft, welche über die Druckerei) von Deutschland geschrieben haben. Manbegreift das Stillschweigen vonIanGerbratld, von Jan Veldenaer, und von denandern Holländern, welche Zeitgenossen von LüMenz Koster sind. Man verwundertsich nicht mehr über die merkwürdige Stelle desselben Veldenaers bey demJahre 1450: „Die Künstler, insgemein in allen Künsten, sind in kurzer Zeitsehr geschickt, und subtiler geworden, als sie zu seyn pflegten. Und die Buch-drucker wurden sehr vermehrt in allen banden ^)." Worte, welche nicht allein eineschon vollkommne Kunst, einen viel aligemeinern Gebrauch, zu erkennen geben,
sondern
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