der Buchdruckerkunst. 41
Niederländischen und Holländische!, Sprache noch nicht war, welcher ißt zwischendenselben ist. Was für vorzüglichen Grund behalten denn also die Herren Hollander,oder vielmehr Harlemer übrig, die verschiedenen Ausgaben dieses Lrnc-Zel« mcntc^e.^c-Kei Lclioucleniüs vor den Antwerpner Künstlern sich zuzueignen, deren Daseyn nundurch ein öffentliches Documcnt bewiesen ist, dergleichen ihnen ganzlich fehlt? Ware esnicht billig, sie einem solchen altern Sitze der Handlung, des Reichthums und der bil-denden Künste °), als Antwerpen war, zu überlassen, da sie noch nichts ähnliches vonHartem in solchem Zeitpuncte bewiesen haben? Und was bleibt für Unwahrschein--lichkeit übrig, daß Johann Veldenacr zu Culenburg die Holztafeln des Spiegel!,ich will nicht sagen, als ein künstlicher Holzschneider selbst gemacht, sondern nachder Zeit an sich gehandelt habe? Der Weg von Antwerpen nach Culenburg ist soweit nicht. Wir haben Beyspiele von viel größern Wanderungen der alten gutenHolzschnitte der vorigen Jahrhunderte aus einem Orte an den andern, als diese seynwürde. So waren die Figuren zu M^c«?-/-?/^ grte cZ^innaltica aus der Druckereyder Junten 1672 nach Amsterdam in die Hände des Andreas Frisitts gekommen;so waren die Holzschnitte zu des M?/^/o// Oommentarii^ aus Venedig 156z in Prag bey Georg Melantrich , 1565 wieder in Venedig, 1755 in den Handen des Hrn.du Harnel, und wurden seinem 1>2tte ciex arl)ic?3 ct grbuireL', welchen Guerin undDe-
latour zu Paris druckten, einverleibt; so sendete Vejalius seine anatomischen Fi-guren aus Italien 1542 nach Basel an Oporin , 1726 fanden sie sich in Allgspnrgin der Hand Alldr. Maschenbauers, vor wenigen Jahren in dein Besitze desChurbayrischen ieibarztes, Ritters VON Wolter, und 1778 waren sie in Leipzig ;so wanderten die Figuren zu dem berühmten Theuerdank, die doch 1517 zu Nürn-berg auf kaiser'l. Kosten gemacht waren, und sich im Jahre, 1519 in Augspurg be-fanden, im vorigen Jahrhunderte nach IllM? und von da in die Hände der Feyer-abende zu Frankfurt am Mayn; und wie sind die Figuren zu dem ebenfallskaiserl. Werke, der Weiß Kunig, seit fast zoo Iahren hernmgewandert, ehe sie1776 zu Wien abgedruckt wurden ?
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v) Daß in mehren, niederländischen großen fuhr ihm auch dergleichen ,5:1 zu Gent , wo ihnStädten dergleichen Verbindungen der Kunst- die Maler durch ihren Dechant empfangen undler entstanden waren, kann man ans dem Neü bewirthen ließen; und eben so begegneten ihmse-Diario des berühmten Albrecht Dürers die Maler und Bildhauer in Mecheln . Manbemerken, welches Hr. von Mnrr im VHten findet nicht, daß er auch -Hartem besucht habe,Theil seines Runst-und L.ittoramr-IournKls um daraus eine ähnliche Künstlerverbindungx- 55 ^- 9S bekannt gemacht hat. Dürer wur- vermuthen zu können,de nicht nur in Antwerpen 1520 mit vorzüglicher
Ehre von ihnen empfangen, und in ihrer Kam> p) Herr Enschede zu Harlem , einer der eif-mer mit Pracht bewirthet; sondern es wieder- rigsten Vertheidiger der Kvsterischen Werkstatt?
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