Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
118
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ziZ i.TH. 2.Abschn. lo.Kap.

unäbbrüchig, uuermesseu, unerwogeu u. s. f.

welche aber in der edlen Schreibart der Hochdeut-schen veraltet sind, daher sie auch hier nicht mit inBetrachtung kommen.Anstatt §. zsz. Starr, welches nur im gemeinen leben»nd starr, üblich ist, und das edlere anstatt, sind von demSubstantivs die Statt, d. i. Stätte, entlehnet, undbezeichnen das Verhältniß, da etwas an des an-dern Statt oder Stelle ist, oder geschiehet: ichwünschte, du giugsst statt meiner oder anstattmeiner hin; anstatt del? Fürsten war ein!1Am'--ster zugegen. Anstatt ist indessen nicht so zusam-men gesetzt, daß es nicht oft sollte getrcnnet werden,und den Genitiv in die Mitte nehmen können: ichwünschte, du gingest an meiner Statt hin, audes Fürsten Statt. Da hier das Hauptwort wie-der in alle seine Rechte eintritt, so wird es auch billigmit einem großen Buchstaben geschrieben, und kannmit seinem Vorworte alsdann freylich nicht unterdie Präpositionen gerechnet werden. Oft verbiethetder Sprachgebrauch die Zusammenzichung; beson-ders wenn der unbestimmte 'Artikel ausgelassen ist:jemanden an Aindes Statt annehmen, nichtstatt oder anstatt Aindes, auch nicht, anstattoder statt eines Rindes. Aus allem erhellet, daßstatt zwar den Nahmen einer Präposition mit allemRechte verdienet, anstatt aber noch erst im Wer-den begriffen ist, und seine feste Gestalt noch nichterhalten hat, daher man es auch immer noch ge-trennt an Statt schreibeil kann. Wenn für schonden Sinn hinlänglich bezeichnet, so ist statt oder anStatt fehlerhaft, wie die Oberdeutsche R. A. et-was au Statt einer wohlthat achten. Daßstarr und anstatt auch als Conjunctionen gebrauchtwerden, wird an seinem Orte erhellen.

§. 506»