Von den Präpositionen. §.508. 121
ist im Hochdeutschen ein Fehler. Der Curial-Stylgebraucht statt dieses laut auch die Wörter besageund Inhalts, gleichfalls als Präpositionen und mitdem Genitive, welche aber der edlern Schreibart der
Hochdeutschen fremd sind.
In vermittelst, wofür im gemeinen Leben nurmittelst üblich ist, ist das st das s, der Ableitungs-laut der Umstandswörter, welcher in mehrcrn in stübergehet. Es deutet das Verhältniß eines Mit-tels, einer Beyhülfe an: vermittelst göttlicherHülfe, vermittelst deines Beystandes^ vermit-telst einer Leiter auf das Dach steigen.
§. 508. Ungeachtet ist eigentlich das mit un u>i?each-zufammen gefetzte Participium von achten, eine "r.umveic,Mlgeachcece Maare, welches auch als eine Prä-Position gebraucht wird, das Verhältniß der unter- """"^e.lasscnen Rücksicht zu bezeichnen, und alsdann sowohlvor feinem Nennwerte, als auch, und zwar am lieb-sten, nach demselben stehet: ungeachtet seinerGcschicklichkcic, oder besser, seiner Geschicb'lich,keit ungeachtet überging man ihn doch, desÜbeln NX'tters ungeachtet, dieses alles (besseralles dessen) unbeachtet, dessen ungeachtet.Im Oberdeutschen verbindet man es gern mit demDativ, welches auch nicht selten im Hochdeutschennachgeahmet wird, wo es aber eigentlich fehlerhastist, seinem Lleisse ungeachtet, dem ungeachtet.Uncrachtet für ungeachtet ist unschicklich, indemerachten eine andere Bedeutung hat als achten;ohngeachter oder ohnerachter aber ist eine imHochdeutschen völlig veraltete Form, welche nurnoch in den Kanzelleyen lebt, wo man in eben der-selben Bedeutung auch ohngehindert, ohnerwo-gen, unanczesehcn, unermefsen u. s. f. gleichfalls
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