Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
140
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-4«5 I.TH. 2.Abschn. iv.Kap.

ter einem Substantivs stehet, in welchem Falls esgemeiniglich ein Theil eines Verbi ist, der Stiertrabet die Fluren durch, von dürchtraben,ferner wenn es zerrissen, durchlöchert bedeutet, dieSchuhe sind schon durch; ingleichen für hin-durch, ich bin noch nicht durch, durch den Flußund so ferner.

Alle. §. 521. Für und vor sind freylich einerley Ur-sprunges, und eigentlich nur in der Mundart un-terschieden, denn im Oberdeutschen lauten beydeohne Unterschied für, im Niederdeutschen aber vor,d. i. vor. S. mein Wörterbuch, wo solches hin-länglich bewiesen worden. Da die HochdeutscheMundart aus den beyden einander entgegen gesetztenMundarten, der Ober- und Niederdeutschen , gewis-ser Maßen zusammen gesetzt ist, wenigstens sie inmanchen Stücken in sich vereiniget, obgleich mitüberwiegender Neigung zur Oberdeutschen: so hatsie beyde Formen aufgenommen, die vielen ein-ander oft widersprechenden Bedeutungen unter bey-de vertheilet, und dadurch den Vortheil erhalten,daß die Rede bestimmter und deutlicher geworden ist,welches doch allemahl der erste und wichtigste End-zweck der Sprache ist. perer ging vor Caspar»:zum Galgen, ist doch immer etwas anders, alswenn er für ihn gegangen wäre; eben so, jeman-den für sich, und vor sich predigen lasse«, undso in andern ähnlichen Fällen mehr. Indessen hates von Zeit zu Zeit so genannte Sprachforscher ge-geben, welche diesen Unterschied für verwerflich er-kläret haben, theils weil er in den Provinzen nichtbeobachtet wird, theils auch, weil beyde Wörter ur-sprünglich nur eines und eben dasselbe sind. Allein,daß der Gebrauch der Provinzen für die Hochdeut-sche Mundart keine Regel feyn kann, bedarf wohl

eben